FORMAT: Starbucks startet mit revidierten Expansionsplänen jetzt neu durch
- Bisher gibt es bei uns 8 nicht sehr gut gehende Filialen
- Österreichisches Management bereits 3mal gewechselt
Amerikanische Träume geraten in Österreich etwas anders. Beim ziemlich großspurigen Erstauftritt des Coffeeshop-Giganten Starbucks am österreichischen Markt und der Eröffnung des ersten Standorts in der Wiener Kärntner Straße hatte der milliardenschwere US-Konzern die Errichtung von gleich sechzig Shops in nur fünf Jahren angekündigt. Die Konkurrenz in den traditionellen Wiener Kaffeehäusern staunte nicht schlecht, und die Betreiber etwa von Segafredo-Filialen erblassten.
Inzwischen ist auch Starbucks auf dem Boden der österreichischen Konsumgewohnheiten und des Immobilienmarktes angekommen: Gerade einmal acht Filialen gibt es bisher, und jene in Top-Lagen funktionieren zwar wegen der Touristen gut, doch die kaffeeverwöhnten Österreicher selbst wollen sich noch immer nicht so recht an das nahezu unüberblickbar breit gefächerte Angebot im Pappbecher, zu Preisen wie im noblen Café Landtmann, gewöhnen. Dreimal wurde das Management von Starbucks Österreich bereits ausgewechselt.
Multis wie Starbucks lassen sich dadurch freilich nicht aus der Ruhe bringen und verbuchen derartige Kalamitäten als Startschwierigkeiten. Mit revidierten Expansionsplänen startet die Kette jetzt neu. Die Ziele des nun auch für den Österreich-Markt zuständigen Schweizer Starbucks-Managing-Director Carl Hauch klingen mittlerweile sehr realistisch bis bescheiden: Ein einziger neuer Laden soll heuer fix aufgesperrt werden, vielleicht werden es zwei. Dem Vernehmen nach ist eine Eröffnung in Wien geplant, ein Starbucks-Restaurant könnte in dem noch in der Errichtungsphase befindlichen Leobersdorfer Designer-Outlet-Center Leoville entstehen. Die Expansions-Chancen, so die Sprachregelung bei den US-Kaffeekochern, stünden nach wie vor gut.
Die Konkurrenz ist trotz des Gleichmuts bei Starbucks mit hämischen Analysen zur Stelle. Maximilian Platzer, Fachgruppenobmann der Wiener Cafetiers: "Es macht für Österreicher einfach keinen Sinn, die Kaffeekultur eines Landes zu kaufen, das eigentlich keine hat." Ähnlich Helmut Grafinger, Geschäftsführer des Österreichischen Kaffee- und Tee-Verbands: "Die jungen Leute sitzen dort mit ihren Laptops stundenlang bei einem Kaffee herum, weil sie kein Ober nach weiteren Wünschen fragt. Gewinn kann das natürlich keinen bringen."
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