Österreicher stürmen Lottostellen: Das Spielfieber in Italien überschreitet Grenzen
- Immer mehr Spieltouristen setzen auf die "goldene" 53
- Lottomanie immer wieder Weg in den finanziellen Ruin
Das Lottofieber in Italien steckt auch die Österreicher an. An der Adria, in Udine, in Tarvis sowie in Südtirol sieht man überall die selben Szenen: Österreicher strömen in die Annahmestellen und versuchen ihr Glück mit der "goldenen 53", die Nummer, die seit nunmehr 179 Ziehungen nicht mehr ausgelost wurde.
Über vier Milliarden Euro wurden in den vergangenen Monaten auf die "goldene 53" gesetzt. Bei der jüngsten Ziehung hatten 60 Prozent der Lottospieler auf diese Zahl gesetzt und dafür 135 Millionen Euro ausgegeben.
In Udine spricht man bereits von "Lotto-Tourismus" aus Kärnten. Auch in anderen zu Italien grenzenden Ländern wie der Schweiz, Frankreich und Slowenien wächst das Interesse für die 53.
Wetten auf einzelne Zahlen möglich
Beim italienischen Lotto werden fünf Zahlen aus 90 gezogen, aber man kann auch auf einzelne Zahlen oder Zahlenkombinationen setzen. Wer etwa ein richtiges Zahlenpaar spielt, gewinnt den 250-fachen Einsatz: Ein Spieler, der 1.000 Euro auf zwei Zahlen setzt, würde demnach 250.000 Euro gewinnen.
Die Lottomanie hat aber auch schon mehrere Menschen in den finanziellen Ruin getrieben. Schulden wegen Lottowetten stehen hinter dem Doppelmord, den ein Pensionist in Florenz vor einer Woche begangen hat. Der Mann brachte seine Frau sowie seinen Sohn um und nahm sich dann das Leben. In seiner Wohnung wurden Dutzende von Lottoscheine gefunden.
Sogar der italienische Wirtschaftsminister Siniscalco zeigte sich wegen der kollektiven Hysterie um die 53 besorgt. Der Minister rief die Italiener zur Mäßigung auf. "Man soll ruhig wetten, doch mit Hirn und Maß", meinte der besorgte Minister. (apa)
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