Parmalat-Prozess in Mailand begonnen: Buchprüfer erklären sich unschuldig
- Zwei Manager von Grant Thornton vor Gericht
·Parmalat: Politiker vor Staatsanwalt
Sollen Schwarzgelder angenommen haben
·Schatz von Parmalat
Gründer entdeckt
Fast 9 Millionen Euro in Südamerika versteckt
·Verstrickung von Parmalat und Cirio?
Laufende Ermittlungen führen auch in die Schweiz!
In Mailand hat am Donnerstag der erste Prozess im Zusammenhang mit der Pleite des italienischen Lebensmittelgiganten Parmalat begonnen. Vor Gericht standen zwei Ex-Manager der Buchprüfungsgesellschaft Grant Thornton, Lorenzo Penca und Maurizio Bianchi. Sie werden beschuldigt, die Bilanzen des italienischen Lebensmittelherstellers vertuscht und wichtige Informationen über den insolventen Konzern zurückgehalten zu haben.
Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, die Aufsichtsarbeit der Börsenaufsichtsbehörde Consob beeinträchtigt zu haben. Zu Prozessauftakt beteuerten die beiden Angeklagten ihre Unschuld.
Der finanzielle Zusammenbruch von Parmalat im Dezember 2003 hatte einen milliardenschweren Skandal um die Buchführung nach sich gezogen. Die Gesellschaft Deloitte & Touche hatte Grant Thornton 1999 als Hauptbuchprüfer bei Parmalat ersetzt, dennoch blieb Grant Thornton der Buchprüfer vieler Konzerntöchter. Deloitte-Chef Bill Parrett bestätigte, seine Gesellschaft habe drei Jahre benötigt, um den Betrug bei Parmalat zu entdecken. Er warf Grant Thornton vor, ihre Arbeit behindert zu haben.
"Wir haben von Parmalat kein Geld bekommen", betonte Penca vor dem Richter. Er und Bianchi waren in Zusammenhang mit der Parmalat-Pleite im Dezember 2003 festgenommen worden und hatten einige Wochen in Untersuchungshaft verbracht. Rund 40 Zeugen sollen im Prozess vorgeladen werden, darunter der Präsident der Börsenaufsichtsbehörde Consob Lorenzo Cardia, hochrangige Funktionäre der Steuerpolizei, die Ermittlungen gegen Parmalat geführt haben, und Ex-Manager des insolventen Konzerns.
Die beiden Angeklagten sollen im Rahmen eines Schnellverfahrens beurteilt werden. Weitere 27 Personen, darunter der Parmalat-Firmengründer Calisto Tanzi, und drei Gesellschaften, denen Kursmanipulation und Bilanzfälschung vorgeworfen wird, sollen sich im März vor Gericht verantworten.(apa)
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