OGH am Zug: Der FC Tirol-Prozess wird frühestens in sechs Monaten neu aufgerollt
- Nach Strafverfahren kommen mehrere Zivilprozesse
- Prozess der 14 FC Tirol-Spieler am 15.2. fortgesetzt
Der Termin für die Berufungsverhandlung rund um die Millionen-Pleite des FC Tirol steht vorerst noch nicht fest. Frühestens in sechs Monaten dürfte der spektakuläre Strafprozess gegen die ehemaligen Verantwortlichen des Fußball-Klubs neu aufgerollt werden, hieß es am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck.
Die einstigen Bosse des dreifachen Fußball-Serienmeisters FC Tirol waren am 10. Jänner nach insgesamt sechs Prozesstagen schuldig gesprochen worden. Die Zahlungsunfähigkeit des Vereins sei schon ab Mitte 2001 erkennbar gewesen, begründete Richter Anton Mayr die Urteile.
Bedingte Haftstrafen in ersten Urteilen
Wegen grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen wurden Ex-Manager Robert Hochstaffl zu einem Jahr, die beiden früheren Präsidenten Othmar Bruckmüller und Martin Kerscher zu jeweils neun Monaten Haft bedingt auf drei Jahre verurteilt. Vom Vorwurf des schweren Betruges wurde Hochstaffl freigesprochen. Die Verteidiger legten Nichtigkeitsbeschwerde ein, der Staatsanwalt Berufung wegen zu geringer Strafen.
Die Urteile wurden bisher noch nicht ausgefertigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilfried Siegele, auf APA-Anfrage. Das weitere Procedere werde noch mehrere Monate dauern. Am Zug ist nun der Oberste Gerichtshof.
Der Anklagepunkt gegen Hochstaffl wegen des Verbrechens der Untreue im Zusammenhang mit seiner deutschen Firma Global war aus dem Verfahren ausgeklammert worden. Im Mai oder Juni könnte sich Hochstaffl deswegen vor Gericht verantworten müssen. Sämtliche ehemaligen FC Tirol-Kicker sollen in diesem Zusammenhang noch einmal einvernommen werden.
Neben dem Strafprozess läuft in Sachen FC Tirol noch eine Reihe von Zivilverfahren. In vielen Fällen wird laut Landesgericht der Ausgang des Strafverfahrens abgewartet:
Fortsetzung des Spieler-Prozess am 15. Februar
Das arbeitsgerichtliche Verfahren der 14 FC Tirol-Spieler soll am 15. Februar fortgesetzt werden. Die Verfahren von weiteren fünf Spielern, die separat geklagt hatten, sind zum Großteil unterbrochen. Das von einer Gebäudereinigungsfirma gegen Bruckmüller und Kerscher geführte Verfahren ist ebenfalls noch offen. Genauso in "Warteposition" ist die Verhandlung des ehemaligen Konditionstrainers Wolfgang Leitensdorfer gegen Bruckmüller, Kerscher und Hochstaffl. Auch noch keine Urteile gibt es unter anderem im Verfahren einer Druckerei gegen Bruckmüller, Kerscher und Hochstaffl sowie in der Verhandlung zwischen dem Masseverwalter des FC Tirol, Herbert Matzunski, und Gernot Langes-Swarovski. (apa)
