Donnerstag, 27. Jänner 2005

Kampf gegen den Rest der Welt: ÖSV-Asse
sind bei der WM in Bormio die Gejagten

  • Pum: "Weltmeisterschaften haben eigene Gesetze"
  • Erstmals scheint ein Teambewerb im Programm auf

21 Siege in 49 Bewerben, 54 von 148 möglichen Podestplätzen - angesichts dieser eindruckvollen Weltcup-Bilanz der alpinen ÖSV-Asse darf man von ihnen auch bei den Weltmeisterschaften in Bormio etliche Medaillen erwarten. Eine ähnliche Ausbeute wie bei den vergangenen drei Titelkämpfen 1999 in Vail (13), 2001 in St. Anton (11) oder 2003 in St. Moritz, wo Österreich mit neun Stück (3-5-1) die Nationenwertung angeführt hatte, ist wohl realistisch.

Da es heuer zusätzlich als elften Bewerb auch eine Mannschaftskonkurrenz gibt, scheint eine zweistellige Ausbeute möglich. Bei optimalem Verlauf könnte eventuell sogar der ÖSV-Medaillenrekord von 1962 in Chamonix (15) gefährdet werden. Doch Hans Pum warnt trotz der jüngsten Serien-Siege vor übertriebener Euphorie. "Die Dichte ist enorm groß und Weltmeisterschaften haben immer eigene Gesetze", weiß der ÖSV-Alpinchef aus langjähriger Erfahrung. Tatsache ist, dass in diesem Winter mit einer einzigen Ausnahme (RTL Herren) in allen Bewerben bereits Österreicher triumphiert haben und somit überall zum engsten Kreis der Medaillenanwärter zählen.

Benjamin Raich (Slalom Beaver Creek, Kombination Wengen), Manfred Pranger (Slalom Kitzbühel und Schladming), Hermann Maier (Super G Kitzbühel), Michael Walchhofer (Super G Gröden, Abfahrt Wengen), Johann Grugger (Abfahrten Bormio und Chamonix), Stephan Görgl (Super G Beaver Creek), Werner Franz (Abfahrt Val d'Isere) bzw. Renate Götschl (2 Super G und eine Abfahrt Cortina), Marlies Schild (Slalom und RTL Semmering, Slalom Santa Caterina), Michaela Dorfmeister (Super G Lake Louise, Abfahrten Santa Caterina und Cortina) und Alexandra Meissnitzer (Super G Zauchensee) haben die Konkurrenz bereits in die Schranken gewiesen und dürfen wie einige weitere Leute (Rainer Schönfelder, Mario Matt, Fritz Strobl bzw. Nicole Hosp, Elisabeth Görgl) mit Edelmetall spekulieren.

Die großen Rivalen lauern
Doch die Konkurrenz ist groß. Auch wenn Weltcup-Leader Bode Miller zuletzt nicht mehr jene Topform wie bei seinen sechs Siegen zu Saisonbeginn gezeigt hat, ist der US-Star in etlichen Bewerben für Medaillen gut. Auch sein Landsmann Daron Rahlves (Super G und Abfahrt), der Kanadier Tom Grandi (RTL-Sieger in Alta Badia und Flachau) sowie der Italiener Giorgio Rocca (Slalom) und der Finne Kalle Palander (Slalom) sind neben etlichen anderen Läufern (Lasse Kjus, etc.) die großen Rivalen der ÖSV-Herren.

Bei den Damen werden Götschl, Schild und Co. wohl in erster Linie mit der Finnin Tanja Poutiainen, der Kroatin Janica Kostelic, der Schwedin Anja Pärson (RTL-Titelverteidigerin), Lindsey C. Kildow (USA), der Deutschen Hilde Gerg und der Slowenin Tina Maze (dreifache Saisonsiegerin im RTL) um die begehrten Medaillen kämpfen.

Premiere für den Teambewerb
Bormio erlebt auch eine WM-Premiere. Erstmals wird am Schlusstag die beste Ski-Nation in einem Teambewerb ermittelt. Dabei treten mindestens vier und maximal sechs Aktive aus jedem Land in acht Wertungs-Durchgängen gegeneinander an. Damen und Herren absolvieren je zwei Läufe in Super-G und zwei Läufe im Slalom. Mindestens zwei Starter pro Nation müssen beide Disziplinen bewältigen, zwei bis vier weitere treten zu den restlichen vier Läufen an.

Die Gesamtsieger werden nach einem Punktesystem ermittelt. Für jeden ersten Platz gibt es pro Lauf zehn Zähler, für Platz zwei neun usw. bis zum Zehnten, der noch einen Zähler erhält. Gold-Favoriten sind Österreich und die USA. (apa/red)

27.1.2005 16:56