Mittwoch, 26. Jänner 2005

Nach "Kitz" und Schladming: Pranger mit Slalom-Doppelschlag zum WM-Favoriten

  • Zwei Triumphe und 90.550 € Siegprämie in 56 Stunden
  • Geburtstagskind: "Ich glaube, ich bin im falschen Film"

In gerade einmal 56 Stunden wurde die Welt des Tirolers Manfred Pranger völlig auf den Kopf gestellt. Am Sonntag Slalom-Sieg vor 20.000 Zuschauern in Kitzbühel, am Dienstag, dem Tag seines 27. Geburtstag, Slalom-Sieg vor 45.000 Fans in Schladming - ein Doppelschlag, der den Gschnitzer, der bis Sonntag im Weltcup sieglos gewesen war, zum Topfavoriten im WM-Slalom in Bormio macht und ganz nebenbei auch Siegprämien von 90.550 Euro in die Familienkassa Pranger gespült hat.

"Unbeschreiblich. Ich glaube, ich bin im falschen Film", war das Geburtstagskind, das von den fanatischen Fans mit einem "Happy-Birthday-Ständchen" gefeiert wurde, überglücklich. Dass Pranger nun in Bormio zu den absoluten Sieganwärtern zählt, ist dem neuen "Seriensieger" klar: "Ich fahre lieber mit diesem Gefühl nach Bormio als mit dem, das ich vor Wengen hatte. Da war ich unsicher, nichts ging. Jetzt gehe ich mit viel Spaß zum Skifahren, das zählt für mich."

FIS-Rennen bis zum WM-Slalom
Die Zeit zwischen Kitz und Schladming war für Pranger keine einfache, am Montag versuchte sich der Tiroler mit Training abzulenken. "Ich war sehr froh, dass gleich wieder ein Rennen war. Sonst hätte ich das ganze nicht verarbeiten können, ich hätte nicht schlafen können. Ich hatte andauernd so viel Bilder von Kitzbühel im Kopf." Die Zeit bis zur WM wird Pranger nun ein wenig ruhiger angehen und eventuell einige FIS-Rennen bestreiten.

Die finanziellen Nebengeräusche sind für den Völkl-Fahrer eher nebensächlich, aber nicht unwesentlich. "Ich habe heuer im Sommer Haus gebaut, da kann ich das Geld gut gebrauchen. Das Geld ist nur ein schöner Nebeneffekt. Viel schöner ist, im Zielraum zu stehen und zu wissen, man hat gewonnen. Und das vor 45.000 Zuschauern, die ein Geburtstagsständchen singen."

Sensationssieger ist tiefgläubig und betet täglich
Leute, denen er seine beiden Siege widmet, gibt es genug. Allen voran die Eltern und Geschwister sowie Langzeitfreundin Karin, aber auch die Leute der Skifirma. "Die haben mich auch in schlechten Zeiten unterstützt. Jetzt werden wir alle dafür belohnt. Wenn ich ihre strahlenden Augen sehe, dann ist mir das am meisten wert."

Pranger betonte nach seinem Schladming-Triumph, welch wichtige Rolle Gott in seinem Leben spielt. "Ich bin tiefgläubig, gehe in die Kirche und bete jeden Tag. Ich der Zeit, in der es schlecht gelaufen ist, habe ich diesen Weg gesucht. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Ich bin ruhiger geworden und vertraue seitdem auf das."

26.1.2005 11:48