Aus und vorbei: Toni Sailer macht als Rennleiter in Kitzbühel Schluss!
- "Mann muss wissen, wann es an der Zeit ist zu gehen"
- Sailers Rücktritt löst betroffene Reaktionen aus
·Eine Riesen-Hetz beim "Charity Race"
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Toni Sailer tritt überraschend als Rennleiter der Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennen zurück. Der 69-Jährige gab im Rahmen der Mannschaftsführersitzung am Sonntagabend bekannt, dass der Super G am Montag der letzte Einsatz für ihn als langjähriger Rennleiter sei. Sailer wurde von den Mannschaftsführern und den Funktionären des Kitzbüheler Skiclubs mit "Standing Ovations" bedacht.
"Auftreten ist leicht, gehen ist schwer", kommentierte der im November 70 Jahre alt werdende Sailer seinen überraschenden Schritt, den er mit seinem Alter begründete. "Man muss wissen, wann es an der Zeit ist zu gehen. Jetzt müssen Jüngere ran." Sailer, der bei den Hahnenkammrennen seit Jahren nicht wegzudenken war, war nicht nur der am längsten dienende Rennleiter in Österreich, sondern ist auch immer noch der erfolgreichste WM-Starter für Österreich.
Der "Blitz aus Kitz", der nach seiner aktiven Zeit auch Karriere als Schlagersänger und Filmschauspieler machte und Technischer Direktor des ÖSV (197-76) war, führt in der ewigen WM-Bestenliste mit sieben Goldmedaillen, die er 1956 in Cortina (damals zählte Olympia auch als WM) und 1958 in Bad Gastein einheimste. Nach seiner mehrjährigen Tätigkeit als Streckeckenchef war Sailer in Kitz 20 Jahre Rennleiter.
"Das ist sehr hart für uns"
Die Funktionäre des Kitzbüheler Skiclubs (KSC) bezeichnen Sailers Rücktritt als einen schweren Schlag. "Einen Rennleiter wie Toni Sailer bekommen wir nie wieder, diese Lücke wird schwer zu schließen sein", kommentierte KSC-Präsident Christian Poley. "Das ist sehr hart für uns." Auch Michael Huber, Chef des Organisationskomitees, ist schwer betroffen: "Das kommt für mich sehr überraschend. Ich möchte mich bei Toni herzlich bedanken, für alles was er für das Hahnenkamm-Rennen getan hat."
Sailer ist und bleibt aber Vorsitzender des Alpinkomitees im Internationalen Skiverband FIS. "Außerdem bleibe ich im Kitzbühel-Weisenrat und bin auch bei der WM in Bormio für die Material-Kontrolle", machte Sailer klar, dass er dem Skisport weiter verbunden bleiben wird. "Aber mit 70 Jahren muss man auf diesen Berg nicht mehr unbedingt hinauf. Mein bester Freund und Assistent ist 72. Wenn wir zwei auf der Piste stehen ist dass ja wie in der Muppet-Show mit den zwei Alten in der Loge", zeigte Sailer auch Humor.
Sailer hatte beim 65. Hahnenkamm-Rennen mehrfach darauf hin gewiesen, dass der Traditions-Veranstaltung der Verlust von Rennen drohe, sollten nicht Modernisierungsmaßnahmen auf Infrastruktur-Ebene erfolgen. Kitz-Höhepunkte gibt es für Sailer viele. Der Sieg von Hermann Maier zwei Jahre zuvor, die perfekte Fahrt von Stephan Eberharter im Vorjahr und auch der Slalom am Sonntag mit zwei Tirolern voran. "Das war schon etwas Besonderes", sagte Sailer. (apa)
