Sonntag, 30. Jänner 2005

Adam Malysz in Zakopane unschlagbar: Der
Pole gewinnt auch das zweite Skispringen

  • Platz zwei geht an Ahonen (FIN), Höllwarth Sechster
  • PLUS: Malysz & Ljökelsöy siegen ex aequo am 1. Tag!

Österreichs Skispringer haben Zakopane, die drittletzte Weltcup-Station vor den Weltmeisterschaften in Oberstdorf (16.-27.2.), ohne Podestplatz verlassen. Martin Höllwarth belegte am Wochenende als bester ÖSV-Athlet zwei Mal den sechsten Platz, jeweils rund 20 Punkte hinter dem Sieger. Der hieß am Sonntag neuerlich Adam Malysz. Der polnische Lokalmatador schaffte - angefeuert von rund 30.000 Fans - mit Bestweite in beiden Durchgängen (jeweils 132,0 m) das Double.

"Daheim zu gewinnen ist ein wunderschönes Gefühl. Ich muss zugeben, dass mir heute eine Träne über die Wange gelaufen ist", sagte der Publikumsliebling. Bei seinem vierten Saisonerfolg, dem insgesamt 28. seiner Karriere, hatte der Schützling von Heinz Kuttin 7,3 Punkte Vorsprung auf den zwölffachen Saisonsieger Janne Ahonen (FIN) und 14,5 auf den Norweger Roar Ljökelsöy, mit dem er sich am Vortag den ersten Platz geteilt hatte.

Ahonen hatte als vorletzter Springer 132,0 m vorgelegt, doch Malysz stellte diese Höchstweite ein und erfüllte damit die Erwartungen der Fans nach zwei dritten Plätzen 2003 und zwei zweiten Rängen 2004 vollauf. "Janne - not in our home", hatten Malysz-Anhänger auf ein Transparent geschrieben. "Ich hätte nichts dagegen, wenn mein 13. Sieg erst in Oberstdorf folgt", replizierte Ahonen, "Vielleicht gewinne ich nächstes Jahr in your home".

"Sein Automatismus beim Absprung kehrt zurück"
Polen-Coach Kuttin kennt den Grund für die Überlegenheit von Malysz. "Sein Automatismus beim Absprung kehrt zurück. Wenn man wie bei Adam den Eindruck hat, dass der Springer am Schanzentisch völlig teilnahmslos ist, dann bedeutet dies eine große Form. Dann will er nichts erzwingen und springt locker ab", sagte der Kärntner.

Höllwarth steigerte sich am Sonntag im Finale auf 129,0 m, doch ansonsten lag er stets zwischen fünf und acht Meter hinter dem Tages-Besten Malysz, der ihn im Gesamt-Weltcup überholte und sich auf Rang zwei schob. "Höllwarth, Widhölzl und Morgenstern (zwei Mal Zwölfter, Anm.) sind nicht optimal mit der Schanze zurecht gekommen, haben Fehler eingebaut", sagte ÖSV-Trainer Alexander Pointner über die drei WM-Fixstarter. "Das ist aber kein Problem, auf einer andren Schanze sind sie sicher wieder voll da."

Widhölzl war mit dem siebenten Rang durchaus zufrieden. "Der kurze Schanzentisch in Zakopane liegt mir überhaupt nicht", bekannte der Kulm-Sieger. Er wird nicht zu den kommenden Bewerben am Wochenende nach Japan fliegen, sondern mit Pointner auf einer Normalschanze trainieren. Das Aufgebot für Sapporo (5./6.2.) wird erst am Montag bekannt gegeben.

Von den übrigen Österreichern hat sich in Polen keiner für das WM-Team aufgedrängt, Balthasar Schneider bzw. Wolfgang Loitzl belegten als nächstplatzierte Springer jeweils Rang 20. "Das ist unser Ziel, einen vierten und fünften Mann mit Blickrichtung WM aufzubauen, da brauchen wir einen starken vierten Mann für das Team", erklärte Pointner. (apa/red)

Endergebnis Tag zwei:
1.Adam MalyszPOL278,2 (132,0/132,0)
2.Janne AhonenFIN270,9 (128,5/132,0)
3.Roar LjökelsöyNOR268,7 (127,5/131,5)
4.Michael UhrmannGER265,9 (126,5/131,5)
5.Lars BystölNOR263,2 (126,5/130,0)
6.Martin HöllwarthAUT259,0 (126,0/129,0)
7.Andreas WidhölzlAUT258,7 (125,5/128,5)
8.Jernej DamjanSLO257,7 (124,0/130,0)
9.Jakub JandaCZE257,5 (124,0/128,5)
10.Matti HautamäkiFIN255,9 (124,0/129,0)
11.Risto JussilainenFIN255,7 (122,5/131,5)
12.Thomas MorgensternAUT242,2 (123,0/123,5)
13.Georg SpäthGER231,1 (117,5/124,5)
14.Primoz PeterkaSLO229,0 (119,5/120,5)
15.Andreas KüttelSUI226,7 (114,5/124,5)
16.Jure BogatajSLO225,1 (117,0/122,5)
17.Michael NeumayerGER220,5 (115,0/122,5)
18.Dmitrij IpatowRUS217,0 (116,5/118,5)
19.Jan MaturaCZE215,8 (114,0/119,5)
20.Wolfgang LoitzlAUT213,5 (114,0/118,5)
21.Andreas KoflerAUT213,0 (115,5/117,0)
22.Peter ZontaSLO212,6 (115,5/116,5)
23.Maximilian MechlerGER211,0 (116,5/116,0)
24.Kimmo YliriestoFIN210,5 (116,0/116,5)
25.Robert MatejaPOL206,3 (112,0/116,5)
26.Henning StensrudNOR202,5 (111,5/116,0)
27.Jörg RitzerfeldGER200,8 (112,0/116,5)
28.Simon AmmannSUI194,4 (110,5/112,5)
29.Akseli KokkonenFIN194,2 (113,0/111,0)
30.Balthasar SchneiderAUT193,2 (120,0/gestürzt/114,0)
31.Antonin HajekCZE191,4 (113,0/110,0)

Nicht für das Finale qualifiziert u.a.:
36. Martin Koch (AUT)
50. Andreas Goldberger (AUT)

Gesamtweltcup:
1.Janne AhonenFIN1.526
2.Adam MalyszPOL994
3.Jakub JandaCZE979
4.Martin HöllwarthAUT936
5.Roar LjökelsöyNOR918
6.Thomas MorgensternAUT778
7.Andreas WidhölzlAUT736
8.Matti HautamäkiFIN625
9.Michael UhrmannGER500
10.Georg SpäthGER433
11.Daiki ItoJPN422
12.Lars BystölNOR363
13.Jernej DamjanSLO333
14.Noriaki KasaiJPN326
15.Risto JussilainenFIN294
16.Wolfgang LoitzlAUT291
weiter:
31.Andreas GoldbergerAUT88
37.Andreas KoflerAUT61
38.Florian LieglAUT59
41.Martin KochAUT41
46.Balthasar SchneiderAUT23
49.Stefan KaiserAUT17
54.Reinhard SchwarzenbergerAUT10

30.1.2005 15:45