Verluste der italienischen Serie A-Klubs auf Rekordhoch: "Spitzenreiter" ist Inter
- Defizit der 20 Vereine auf halbe Milliarde Euro geklettert
- Mit Bologna und Reggina nur zwei Klubs mit einem Plus
Die finanzielle Schieflage der Serie A-Klubs sorgt für Alarm in Fußball-Italien. Trotz strenger Sparprogramme und Kürzungen bei den Spielergehältern weisen die 20 Vereine Nettoverluste von rund 500 Millionen Euro auf, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore". Der am stärksten verschuldete Klub ist Inter Mailand, der Verluste im Wert von 97,9 Millionen Euro schrieb. Die Personalkosten betrugen 120,8 Millionen Euro.
60 Prozent der Klubs der Serie A und B könnten von der kommenden Saison ausgeschlossen werden, warnten Experten. Nur Klubs, die alle Steuern bezahlt haben, bekommen laut den neuen Regeln die Spielgenehmigung. Die Vereine müssen außerdem beweisen, bis Februar 2005 die Gehälter ihrer Spieler gezahlt zu haben. 45 Tage nach Ende jedes Quartals müssen die Vereine das Verhältnis zwischen Umsatz und Verschuldung vorlegen. Der nationale Verband FIGC verlangt bis 31. März Einblick in die Bilanzbücher, um den Klubs die Meisterschaftslizenz zu gewähren.
Auch AC Parma stöhnt unter Verlusten im Wert von 95,9 Millionen Euro. Kaum besser ist die Lage beim Traditionsklub Lazio Rom, der unter dem Druck eines Defizits von 86,2 Millionen Euro gegen die Insolvenz kämpft. Die Römer gaben zwischen Juni 2003 und Juni 2004 101 Millionen Euro für Spielergehälter aus.
Düster bleibt auch die Lage des börsennotierten Klubs AS Roma, der Verluste von 66,8 Millionen Euro und Spielerausgaben von 84 Millionen Euro aufweist. Meister AC Milan gab für seine Spieler die Rekordsumme von 165 Millionen Euro aus, die Verluste kletterten auf 51 Millionen Euro. Nur zwei Serie A-Klubs verzeichneten schwarze Zahlen. Es handelt sich um Bologna mit einem Plus von 812.465 Euro und Reggina Calcio mit einem Nettogewinn von 4,9 Millionen Euro.
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