Dienstag, 25. Jänner 2005

Olympische Winterspiele 2014: Salzburg geht nun "mit Volldampf" an die Bewerbung

  • Am 8. Februar Gespräch der Beteiligten bei BM Schaden
  • PLUS: Alles zur Vergabe der Kandidatur an Salzburg

Nachdem Salzburg am Montag vom Österreichischen Olympischen Comite (ÖOC) zum heimischen Kandidaten für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 nominiert worden ist, geht man dort nun "mit Volldampf" daran, um im internationalen Wettbewerb bestens bestehen zu können. Das bereits - von der gescheiterten Bewerbung für Olympia 2010 - vorhandene Konzept soll ausgefeilt, adaptiert und verbessert werden, Sponsoren gefunden und die Bevölkerung über die Winterspiele informiert sowie dafür gewonnen werden.

In den nächsten vier Jahren müssten insgesamt zwischen sieben bis acht Millionen Euro aufgebracht werden, erläuterte Sport- und Finanzreferent LHStv. Othmar Raus (S) am Dienstag gegenüber der APA. Dabei sollten die öffentlichen Kosten so weit wie möglich herausgehalten werden.

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) spricht sich für eine Art von Olympia-Anleihen aus, die keine Wertpapiere im klassischen Sinn sind, sondern eher einem Sponsoring entsprechen: Wirtschaft(skammer), Institutionen, Seilbahnwirtschaft, Hotellerie, Tourismusverbände und private Personen sollten die Bewerbung unterstützen. Interessenten und Gespräche gebe es bereits. Vorstellen könnte man sich unter anderem eine "Bausteinaktion" wie beim "Haus für Mozart" (Umbau des Kleinen Festspielhauses, Anm.).

"Salzburg 2014 Vorbereitungskommission" unter der Leitung von Gernot Leitner wird auf der Proponentenseite tätig sein, auf politischer Ebene ist Bürgermeister Heinz Schaden (S) - als offizieller Vertreter der Host City - zuständig. Das Ergebnis der Bürgerbefragung, die Ende März/Anfang April in der Stadt durchgeführt wird, "werden wir nicht 1:1 übernehmen, da eher die Olympia-Gegner daran teilnehmen werden", sagte Schaden.

"Brauchen keine Grundlagenarbeit mehr zu machen"
Jedenfalls soll dem Gemeinderat im späten Frühling/Anfang Sommer das fertige Gesamtkonzept (einschließlich Finanzierung) Salzburgs vorgestellt werden. "Wir brauchen keine Grundlagenarbeit mehr zu machen. Das meiste steht. Allerdings haben wir aus Prag (Salzburg ist dort bei der Bewerbung für 2010 ausgeschieden) Lehren gezogen - wir werden uns vor allem auf den Sport konzentrieren", sagte Schaden.

Der Bürgermeister hat für den 8. Februar alle Beteiligten von Stadt, Land, Regionen und Proponenten eingeladen, um die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Welche Persönlichkeiten Salzburg bei der Bewerbung unterstützen werden, ist noch offen und wird noch durchdiskutiert. Annemarie Moser-Pröll, Österreichs "Jahrhundert-Sportlerin" und sechsfache Gesamtsiegerin im alpinen Ski-Weltcup, hat allerdings bereits angekündigt, nicht mehr wie 2010 zur Verfügung zu stehen.

Jedenfalls sei die aktuelle Bewerbung kostengünstiger als die vergangene, da nun nur mehr Adaptierungen vorgenommen werden müssen. "Wenn alle zusammenrücken, dann können wir es schaffen", ist man in Salzburg überzeugt. Jetzt gehe es darum, sich auf die internationale Arbeit zu konzentrieren. (apa)


Der Fahrplan:
28. Juli 2005. Offizielle Abgabe der Bewerbung durch das ÖOC beim Internationalen Olympischen Comite (IOC)
1. Februar 2006: Abgabe Bid Book I beim IOC (rund 40 Seiten)
21.-23. Juni 2006: Bestätigung der Bewerbungen durch das IOC Executive Board (Lausanne)
10. Jänner 2007: Abgabe Bid Book II beim IOC
bis Mitte Februar 2007: Analyse der einzelnen Kandidaten durch IOC
bis Mitte April 2007: IOC Evaluierungskommission besucht alle Candidate Cities
Juni 2007: Bericht der IOC-Evaluierungskommission wird veröffentlicht
Juli 2007: Wahl der Host City 2014 durch die IOC Session in Guatemala

25.1.2005 13:21