Sigisbert Dolinschek: Wieder zieht ein Haider-Kärntner in die Regierung ein
- Blauer Sozialsprecher wird neuer Staatssekretär
- Klagenfurter ist auch Chef der Kärntner Arbeitnehmer
Sozialsprecher der FPÖ haben's gut. Seit die Freiheitlichen in der Regierung sind, ist noch jeder in dieser Position etwas geworden oder hatte zumindest die Chance dazu. So geht's nun auch Sigisbert Dolinschek - in der Partei bis vor Kurzem eher noch ein kleines Licht, zieht der treue Gefährte von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) nun als Sozialstaatssekretär in die Regierung ein. Innerhalb der Freiheitlichen wird Dolinschek als Erfinder der "Abfertigung neu" gerühmt, ansonsten sind von ihm bis jetzt keine sonderlichen Heldentaten bekannt.
Politische Erfahrung bringt der gebürtige Klagenfurter mit für seine neue Rolle. Bereits seit 15 Jahren sitzt er für die Freiheitlichen im Parlament, seit einigen Jahren auch als Sozialsprecher. Bezirksparteiobmann der FPÖ Klagenfurt/Land ist Dolinschek seit 1994 und damit auch kräftig in der Kärntner Kommunalpolitik verankert, was für seinen Aufstieg sicher durchaus günstig war.
Kärnten-Treue wurde jetzt belohnt
Seine Kärnten-Treue zeigte sich etwa bei der Pensionsreform 2003. Da stimmte er im Sozialausschuss noch brav gemäß Parteilinie zu, um einen Tag später in Klagenfurt mit acht Kollegen mit einem Nein bei der Abstimmung im Nationalrats-Plenum zu drohen. Treue wird belohnt, und Dolinschek durfte im Vorjahr auch noch Chef der freiheitlichen Arbeitnehmer in Kärnten werden, was diese allerdings auch nicht vor einer Niederlage bei der Arbeiterkammer-Wahl bewahrte.
Erlernt hat Dolinschek, Ehemann und Vater eines Sohnes, den Beruf des Werkzeugmachers. Facharbeiter, Werkmeister und technischer Angestellter waren seine beruflichen Tätigkeiten, bevor es in der Politik so richtig zum Laufen anfing. 1984 war er Mitbegründer der FPÖ-Ortsgruppe St. Margareten im Rosental und zog dort als erster Blauer in den Gemeinderat. Auf einer seiner Kärnten-Touren entdeckte ihn dann Haider, den der Hobbyläufer- und kicker bis heute als seinen Mentor sieht.
Beworben als eine Art letzter Arbeiter zog der sich gerne als Spaßvogel gebende Dolinschek 1990 in den Nationalrat. Freund war er dort unter anderem mit dem nun abtretenden Sozialminister Herbert Haupt, mit dem er in Wien sogar eine Zeit die Wohnung teilte. Besonders aufgefallen ist er freilich in den letzten 15 Jahren im Hohen Haus nicht. Dolinschek gilt als fleißiger und etwas spröder Sachpolitiker, seine Ausdrucksweise ist wie bei vielen Sozialpolitikern oft kompliziert und technisch.
Das zumindest sollte sich der Kärntner in seiner neuen öffentlichkeitswirksameren Rolle abgewöhnen. Denn die Sozialsprecher der FPÖ werden zwar schnell etwas, mit viel Ruhm haben sie sich aber nicht bekleckert. Dolinscheks Vorvorgänger Haupt trat heute mit wenig Lorbeeren ab, und der direkte Vorgänger Reinhart Gaugg konnte seinen schönen Posten als Generaldirektor-Stellvertreter der Pensionsversicherungsanstalt nach einer Alkofahrt nicht einmal antreten. (apa)
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