Samstag, 29. Jänner 2005

Winterchaos hält ganz Europa in Atem: Eisige Temperaturen legten Verkehr lahm!

  • In Italien sitzen Autofahrer seit Tagen auf Autobahn fest
  • PLUS: Schneechaos und Kälte auch in Ostösterreich

Winterchaos auf einer Autobahn in Italien, Kälterekord in der Schweiz und starke Schneefälle in Tschechien: Der Winter hält Europa weiter fest im Griff. Im Süden Italiens sitzen seit Tagen zahlreiche Autofahrer auf der Autobahn Salerno-Reggio Calabria fest. Eisige Rekordtemperaturen wurden Freitag früh im Norden des Landes mit bis zu minus 27 Grad gemessen. In der Schweiz war die Nacht auf Freitag die kälteste in diesem Winter.

Besonders tiefe Temperaturen gab es nach Angaben von MeteoSchweiz in Samedan im Engadin mit minus 28,2 Grad. In La Brevine im Neuenburger Jura wurden minus 27 Grad gemessen. Nach tagelangen heftigen Schneefällen waren in Tschechien mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten.

Deutschland
Mit Temperaturen wie in der Tiefkühltruhe erlebte auch der Süden Deutschlands eine der kältesten Nächte dieses Winters. Der Wetterdienst Meteomedia registrierte in der Nacht auf Freitag 27 Grad unter Null in Albstadt-Degerfeld (Baden-Württemberg), den bisherigen Minus-Rekord dieses Winters. "Auf vielen Seen und Flüssen bildet sich jetzt Eis. Man sollte aber vorsichtig sein, allzu dick ist es noch nicht", sagte Ronald Prodinger von Meteomedia.

Italien
In Italien wird für Autofahrer derzeit ein Albtraum wahr. Hunderte Personen sitzen seit drei Tagen auf der süditalienischen Autobahn Salerno-Reggio Calabria fest. Die italienische Regierung entschuldigte sich offiziell, die Mitte-Links- Opposition forderte den Rücktritt von Verkehrsminister Lunardi. Die süditalienische Autobahn ist seit Mittwoch auf über 150 Kilometern blockiert. Während die Menschen bei Eiseskälte auf Hilfe warteten, gingen Zivilschutz und Feuerwehr zunächst völlig unorganisiert ans Werk. Erst am Freitag schafften es die Hilfskräfte mit Räumfahrzeugen und Kränen, die Straße teilweise frei zu bekommen. Jedoch gingen in der Region auch am Samstag heftige Schneefälle nieder, so dass weiter unklar war, wann auch die letzten Autofahrer aus ihrer dramatischen Lage befreit werden können.

Tschechien
In Tschechien waren mehrere Dörfer nach heftigen Schneefällen von der Außenwelt abgeschnitten. Soldaten seien am Freitag mit schwerem Gerät nach Nordmähren unterwegs gewesen, um insgesamt elf Zugangsstraßen freizuräumen, sagte ein Behördensprecher. Einige Kommunen seien seit Mittwoch ohne Strom. Insgesamt erwarte man aber am Wochenende eine Entspannung der Situation, sagte ein Sprecher der Räumdienste.

Spanien
Die Kältewelle in Spanien flaute am Freitag ab. Zwar wurden in der Nacht fast landesweit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen, die Rekordwerte der vergangenen Tage wurden aber nicht mehr erreicht, wie das Wetteramt in Madrid mitteilte. Allerdings sagten die Meteorologen für kommende Woche eine neue Kaltluftfront voraus. Die Unwetterwarnung gilt auch für die Ferieninsel Mallorca, die einen der eisigsten Winter der vergangenen 100 Jahre erlebt. (apa/red)

29.1.2005 11:55