Freitag, 28. Jänner 2005

Skandal beim russischen Militär: Offiziere halfen offenbar Geiselnehmern in Beslan

  • Zwei mutmaßliche Komplizen sind bereits in Haft
  • Verdächtige haben Dienstgrade "höher als Majore"

Bei der blutigen Geiselnahme im südrussischen Beslan im vergangenen September haben die mutmaßlichen Täter einem Untersuchungsbericht zufolge Hilfe von mehreren hochrangigen russischen Militärs erhalten. Zwei der Komplizen seien bereits in Haft und die Festnahme weiterer Verdächtiger stehe bevor, sagte der Vorsitzende der Untersuchungskommission im russischen Parlament, Alexander Torschin, am Donnerstagabend in Moskau laut Nachrichtenagentur ITAR-TASS. Der Kommissionsbericht zu dem Geiseldrama wurde den Ermittlungsbehörden übergeben.

Nach Angaben von Torschin sind unter den mutmaßlichen Helfern in der russischen Armee Offiziere mit Dienstgraden "höher als Majore". Die verdächtigten Militärs seien bisher überwiegend unbehelligt in ihren Funktionen tätig.

Bewaffnete Islamisten hatten Anfang September insgesamt mehr als 1.200 Kinder und Erwachsene drei Tage in der Grundschule von Beslan als Geiseln genommen; bei der chaotischen Stürmung durch russische Sicherheitskräfte wurden mindestens 344 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Kinder.

28.1.2005 15:17