Mittwoch, 26. Jänner 2005

Kurz vor der Wahl: Zahlreiche Angriffe auf Wahllokale und Parteibüros im Irak

  • Zahlreiche Tote nach Autobombe in Kirkuk
  • US-General fürchtet Selbstmordattentäter unter den Wählern

Wenige Tage vor den Wahlen im Irak haben Gegner der Abstimmung zahlreiche Anschläge auf Wahllokale und Parteibüros verübt. Größte Sorge der US- und irakischen Truppen sei, dass sich am Tag der Wahlen Selbstmordattentäter unter die Wähler mischten, sagte am Mittwoch US-General John Batiste, der die US-Truppen nördlich von Bagdad kommandiert. Bei mehreren Attentaten im ganzen Land wurden mindestens zehn Menschen getötet.

Die Zarqawi-Gruppe, die einen Krieg gegen die Wahlen angekündigt hatte, warnte die Iraker via Internet-Botschaft, sich von den Wahlbüros fernzuhalten. Bei den Überfällen auf acht Wahl- und vier Parteibüros am Dienstagabend und am Mittwoch entstanden laut Polizei große Sachschäden. Angaben über Tote oder Verletzte gab es nicht. Unbekannte beschossen ein Wahllokal in Dhulwiya rund 70 Kilometer nördlich von Bagdad mit Raketen. In Ishaki 20 Kilometer südlich von Samarra wurde ein Bombenanschlag auf ein Wahllokal verübt. In Khalis nördlich von Bagdad gab es am Dienstagabend Bombenanschläge auf drei Wahllokale, vor zwei weiteren in Mokdadiya nordöstlich der Hauptstadt explodierten ebenfalls Sprengsätze, wie ein Mitglied des Provinzrats von Diyala mitteilte.

Ebenfalls am Dienstagabend explodierte vor dem Eingang eines Wahllokals in Bagdad eine Bombe. In Baakuba nördlich der irakischen Hauptstadt griffen Aufständische laut Polizei die Sitze von vier Parteien mit Automatikwaffen an.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass am Tag der Wahlen "Sprengstoffgürtel und andere Sachen dieser Art" zu sehen sein werden, sagte US-General Batiste. Al Kaida (al-Qaeda) und die Baath-Partei hätten zur Störung der Wahl eine "Vernunftehe" geschlossen. Osama bin Laden und Zarqawi wollten "alles zerstören, um jeden Preis".

Bei zwei zeitgleichen Autobombenanschlägen auf eine Polizeistation in dem Dorf Riyad nahe der nordirakischen Stadt Kirkuk kamen nach Polizeiangaben mindestens vier Polizisten ums Leben. Bei einem Autobombenanschlag vor einem Verwaltungsgebäude in Tikrit wurde mindestens ein Zivilist getötet, wie die Polizei mitteilte. Bei einem Anschlag nördlich von Bagdad wurde laut US-Armee ein US-Soldat getötet, als Aufständische die US-Patrouille in der Nähe von Dhulwiya mit Raketen beschossen. Bei Kämpfen in der westlichen Provinz al-Anbar kamen nach Armeeangaben vier Marineinfanteristen ums Leben. (apa)

26.1.2005 15:48