Dienstag, 25. Jänner 2005

Nazi-Sager: NPD-Abgeordneter leugnet deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg

  • Menzel macht die Amerikaner dafür verantwortlich
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Der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Klaus-Jürgen Menzel hat die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg geleugnet. Er sei der Ansicht, dass der Zweite Weltkrieg den Deutschen von den Amerikanern aufgezwungen wurde, bestätigte Menzel am Dienstag in Dresden auf AP-Anfrage seine zuvor intern geäußerte Meinung. Gleichzeitig vertrat Menzel die Ansicht, dass die Grenzen der Bundesrepublik nach Westen und Osten verschoben werden müssten. Er forderte ein Deutschland, "dass im Westen an der Maas beginnt und im Osten an der Memel endet".

Für den parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Gerstenberg, sind die Äußerungen von Menzel ein weiterer Beweis dafür, dass die NPD lückenlos an die Ideologie der NSDAP anknüpfe. Man solle sich nichts vormachen, warnte er: "Was die Neonazis reden, wenn sie meinen, sie wären unter sich, geht noch weit darüber hinaus", sagte Gerstenberg.

Die NPD-Fraktion hatte erst in der vergangenen Woche im sächsischen Landtag einen Eklat ausgelöst, als die zwölf Abgeordneten während einer Schweigeminute für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft den Plenarsaal verließen. NPD-Abgeordnete setzten anschließend in Redebeiträgen die Vernichtung der Juden im Dritten Reich und die alliierten Bombenangriffe auf Dresden am 13. Februar 1945 mit dem Wort "Bomben-Holocaust" gleich und leugneten einen Kausalzusammenhang mit dem Angriffskrieg des Deutschen Reichs. Der Vorfall hatte quer durch alle politische Lager Empörung ausgelöst. (apa)

25.1.2005 17:37