Schlag vs. italienische Mafia auf Sizilien: 46 Haftbefehle gegen Helfer von Top-Pate
- Poilzeiaktion: Hunderte von Wohnungen durchsucht
- PLUS: In Neapel verdient jeder Zehnte durch die Mafia
·Neapel: Jeder 10. verdient durch Mafia
Immer mehr Jugendliche
'arbeiten' als Drogendealer
Gegen Helfer des seit mehr als 40 Jahren gesuchten Top-Mafia-Bosses Bernardo Provenzano (71) sind 46 Haftbefehle erlassen worden. Die italienische Justiz wirft den Verdächtigen Mord, Erpressung, Waffen- und Drogenhandel vor. Sie sollen zudem ein Kommunikationsnetz zur Deckung des gesuchten Provenzano aufgebaut haben, berichtete die sizilianische Polizei am Dienstag.
Im Rahmen der Polizeiaktion wurden Hunderte von Wohnungen durchsucht. Mehr als 1.000 Polizisten waren im Einsatz. Zwei Unternehmen wurden wegen Verbindungen zur Mafia vom Staatsanwalt zugesperrt.
Provenzano ist längst zum Albtraum des italienischen Sicherheitsapparats geworden. "Mann ohne Gesicht" nennen ihn die Beamten oder einfach "das Gespenst". Schließlich wissen sie gar nicht mehr, wie er aussieht: Das jüngste Fahndungsfoto ist mehr als vier Jahrzehnte alt. Nach wie vor soll Provenzano den Drogenhandel der Cosa Nostra organisieren.
Es heißt, der Boss lebe in Palermo oder ganz in der Nähe seines berüchtigten Heimatdorfes Corleone in den sizilianischen Bergen. Angeblich habe er es nicht einmal nötig, sich besonders zu verstecken. Immer wieder melde er sich per Brief bei seiner Familie. (apa/red)
