Dienstag, 25. Jänner 2005

Al Zarqawi erteilt "Warnung" an alle Wähler: Zehn Polizisten & ein Richter tot

  • Irak: Angriffe auf in Schulen untergebrachte Wahllokalen
  • PLUS: Bush fordert 80 Mio. Dollar für den US-Einsatz

Wenige Tage vor den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung im Irak haben Aufständische wieder Wahllokale angegriffen. Bei heftigen Kämpfen mit Aufständischen sind am Dienstag in Bagdad mindestens elf Polizisten ums Leben gekommen. Die Rebellenangriffe in der Provinz Salaheddin nördlich der Hauptstadt hätten großen Sachschaden angerichtet, es sei jedoch niemand verletzt worden, teilte die irakische Polizei am Dienstag mit. Die meisten Wahllokale befanden sich in Schulen. In Tikrit und Samarra wurde eine Erklärung veröffentlicht, die der Gruppe des jordanischen Extremisten Abu Mussab al-Zarqawi zugeschrieben wurde. Darin bekannte sich die Gruppe zu den Angriffen. Diese seien eine "Warnung" an die Menschen, die sich an den Wahlen am kommenden Sonntag beteiligten.

Wenige Tage vor den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung im Irak haben Aufständische wieder Wahllokale angegriffen. Bei heftigen Kämpfen mit Aufständischen sind am Dienstag in Bagdad mindestens elf Polizisten ums Leben gekommen. Die Rebellenangriffe in der Provinz Salaheddin nördlich der Hauptstadt hätten großen Sachschaden angerichtet, es sei jedoch niemand verletzt worden, teilte die irakische Polizei am Dienstag mit. Die meisten Wahllokale befanden sich in Schulen. In Tikrit und Samarra wurde eine Erklärung veröffentlicht, die der Gruppe des jordanischen Extremisten Abu Mussab al-Zarqawi zugeschrieben wurde. Darin bekannte sich die Gruppe zu den Angriffen. Diese seien eine "Warnung" an die Menschen, die sich an den Wahlen am kommenden Sonntag beteiligten.

Ein irakischer Richter ist am Dienstagmorgen in der östlichen Vorstadt Neu-Bagdad ermordet worden. Dem Anschlag auf Kais Hashim Shamarai fiel auch dessen Sohn zum Opfer, berichtete der Sender Al-Irakiya. In Neu- Bagdad kam es zu Gefechten zwischen irakischen Polizisten und Bewaffneten. Opferzahlen wurden zunächst nicht genannt. Augenzeugen beobachteten einen Pritschenwagen, der aus der Vorstadt kam und auf der Ladenfläche offenbar verletzte Polizisten wegbrachte. Am Montagabend war in Bagdad ein US-Soldat getötet worden, als neben seiner Patrouille ein Sprengsatz explodierte, wie das US- Militärkommando mitteilte. Fünf US-Soldaten kamen am Montagabend bei einem Verkehrsunfall in Khan Bani Saad, 30 Kilometer nördlich von Bagdad, ums Leben.

Aufständische verüben fast täglich Anschläge auf Organe und Institutionen der Übergangsregierung und auf Angehörige der Sicherheitskräfte. Dabei sind in den vergangenen Wochen unter anderen der Provinz-Gouverneur von Bagdad und der Vize-Polizeichef der Hauptstadt getötet worden. Auslöser der bewaffneten Zusammenstöße in Neu-Bagdad war nach Angaben eines Behördensprechers ein Polizeieinsatz gegen Aufständische, die Flugblätter verteilten, auf denen zum Wahlboykott aufgerufen wurde. Bewaffnete lockten die Polizisten in eine Falle und eröffneten das Feuer. Außerdem zündeten die Rebellen einen Sprengsatz vor einer Schule und lieferten sich danach ein Gefecht mit irakischen Polizisten und amerikanischen Soldaten.

Bush will 80 Mio. Dollar für Einsatz beantragen
Die Militäreinsätze im Irak und Afghanistan werden für die USA noch teurer als erwartet. Nach US-Medienberichten will Präsident George W. Bush zusätzlich 80 Milliarden Dollar (rund 61,4 Milliarden Euro) für das laufende Haushaltsjahr im Kongress beantragen. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf Angaben aus Senat und Repräsentantenhaus schrieb, werde das Weiße Haus den Antrag möglicherweise noch am Dienstag ankündigen. Vom Weißen Haus gab es dazu in US-Medien keine Bestätigung. Wie die "Washington Post" weiter berichtet, plant die US-Armee, ihre Truppenstärke im Irak von 120.000 Mann mindestens zwei weitere Jahre aufrecht zu erhalten.
(apa/red)

25.1.2005 13:46