Schwere Explosion in Villacher Garage: Dreijähriger Bub außer Lebensgefahr
- Männer wollten Tank aus einem Auto ausbauen
- Halogenstrahler dürfte Auslöser des Unglücks sein
Außer Lebensgefahr war am Sonntagnachmittag jener drei Jahre alte Bub, der am Samstag bei einer Explosion in einer Garage in Villach-Federaun schwerste Verbrennungen erlitten hatte. Die Garage, die einem 30 Jahre alten gebürtigen Bosnier gehört, brannte völlig aus. Die Ermittlungen über die genaue Ursache für die Detonation waren am Sonntag noch nicht abgeschlossen.
Der 30-Jährige hatte gemeinsam mit einem Freund, einem ebenfalls aus Bosnien stammenden 29 Jahre alten Autospengler, den Benzintank aus seinem BMW ausgebaut. Die beiden Söhne des 30-Jährigen, der drei Jahre alte Adis und sein zwei Jahre älterer Bruder Armin, spielten in der Doppelgarage, die rund 20 Meter vom Wohnhaus entfernt ist. Als die beiden Männer den Tank ausgebaut hatten, wollten sie das restliche Benzin daraus in einen Behälter leeren.
Dabei kam es plötzlich zu einer Explosion, die so stark war, dass eine der beiden Garagentüren aus der Mauer gerissen und in die Einfahrt geschleudert wurde. Der BMW und ein zweites in der Garage abgestelltes Auto gingen sofort in Flammen auf. Beide Männer wurden durch die Wucht der Detonation aus der Garage geschleudert.
Der 30-Jährige erlitt dabei schwerste Verletzungen, er wurde mit dem Helikopter ins LKH Klagenfurt gebracht und lag weiter auf der Intensivstation. Sein Freund, der sich gerade gebückt hatte, kam glimpflicher davon, seine Verletzungen wurden im LKH Villach als leicht eingestuft.
Schlimm erwischte es den dreijährigen Adis, der unmittelbar neben dem Auto gestanden war. Die Stichflamme des explodierenden Benzin-Luft-Gemisches traf ihn mitten im Gesicht und am Oberkörper. Der Bub erlitt schwerste Verbrennungen und wurde vom Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Graz geflogen.
Dort gaben die Ärzte am Sonntag aber Entwarnung. Wie der Leiter der Station, Hans Michael Grubbauer, sagte, werde der Bub zwar noch künstlich beatmet, doch sei dies nur eine Vorsichtsmaßnahme. Die Lunge hat laut dem Mediziner keine Schäden davongetragen.
Sein Bruder Armin hatte im Vergleich dazu riesiges Glück. Er konnte das LKH Villach am Sonntag bereits wieder verlassen. Auch seine Mutter, die am Samstag nach dem Unglück mit einem schweren Schock ins Spital gebracht wurde, durfte am Sonntag gemeinsam mit ihrem Sohn nach Hause gehen.
Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle, musste aber noch eine gefährliche Situation bewältigen. In der Doppelgarage waren mehrere volle Gasflaschen gelagert, die zu explodieren drohten. Den Feuerwehrleuten gelang es aber, die Flaschen zu kühlen und ein weiteres Unglück zu verhindern. Die beiden Autos brannten völlig aus, die Höhe des Sachschadens stand vorerst nicht fest.
Ausgelöst dürfte das Unglück durch einen 1.000-Watt-Halogenstrahler worden sein, der unmittelbar neben dem BMW aufgestellt war. Die Hitze des Strahlers, so die ersten Ermittlungen, dürfte die Benzindämpfe entzündet haben. Auch ein Brandsachverständiger, der am Sonntag den Unglücksort untersuchte, kam zu diesem Resultat.
(apa)
