Abgang in Kärntner FPÖ: LH-Stellvertreter Karl Pfeifenberger scheidet aus Politik aus
- 49-jähriger Politiker wechselt in die Privatwirtschaft
- Nachfolger für Pfeifenberger noch geheim
Der Kärntner FPÖ-LHStv. Finanzreferent Karl Pfeifenberger hat am Freitag überraschend seinen Rückzug aus der Politik erklärt, der 49-Jährige wechselt in die Privatwirtschaft. Sein Nachfolger soll, wie Landeshauptmann Jörg Haider und Parteiobmann Martin Strutz gegenüber der APA erklärten, bereits am kommenden Donnerstag im Landtag angelobt werden. Sein Name wurde jedoch nicht bekannt. Pfeifenberger begründete seinen Rücktritt mit einer "anderen Lebensplanung".
Pfeifenberger war 1994 in den Kärntner Landtag eingezogen, nach dem Wahlsieg der FPÖ 1999 holte ihn Haider in die Regierung. Zwei Jahre später beerbte er Mathias Reichhold als Erster Landeshauptmann-Stellvertreter. Am Freitag sagte Pfeifenberger, er habe sich schon längere Zeit mit einem möglichen Ausstieg aus der Politik befasst, immerhin werde er heuer 50 Jahre alt. Was er machen wird, verriet Pfeifenberger nicht, erklärte aber dezidiert, nicht zum Magna-Konzern von Frank Stronach zu wechseln.
Haider und Strutz bedauerten bei einer erweiterten Klubklausur der FPÖ am Magdalensberg bei Klagenfurt das Ausscheiden Pfeifenbergers. Dieser werde jetzt in der Privatwirtschaft "zeigen, was in ihm steckt", sagte der Landeshauptmann. Der Wirtschaftsreferent werde trotz seines Abschieds aus der Politik die vor einem Abschluss stehenden Projekte wie den Hypo-Börsegang begleiten. Haider: "Wir wollen da keine Kindesweglegung machen." Mit der Bilanz der Seebühne habe der Rücktritt Pfeifenbergers nicht das Geringste zu tun, versicherte der Regierungschef.
Im Zuge der Personalrochade in der Regierungsmannschaft könnte es auch zu einer Neuaufteilung der Referate kommen. Pfeifenberger war für die Ressorts Wirtschaft, Finanzen, Tourismus und Gewerbe zuständig. Haider selbst hatte erst unlängst Ambitionen für die Tourismus-Agenden gezeigt. Bei den Spekulationen über die Nachfolge Pfeifenbergers fielen unter anderem die Namen Strutz, Reichhold sowie der Kärntner Nationalbankdirektor und freiheitliche Landtagsabgeordnete Günther Willegger.
Strutz erklärte, er habe den Koalitionspartner SPÖ vom Rücktritt Pfeifenbergers informiert. Er habe dies SPÖ-Chef LHStv. Peter Ambrozy mitgeteilt, "heute, fünf vor zwölf". Ambrozy hatte in den vergangenen Monaten seinen Regierungskollegen Pfeifenberger mehrfach heftig kritisiert. Den jetzigen Rücktritt nehme er "zur Kenntnis", sagte der SPÖ-Chef in einer ersten Reaktion. Die Zusammenarbeit mit Pfeifenberger sei, "höflich ausgedrückt, nicht immer leicht gewesen", nun solle der Finanzreferent "reinen Tisch machen und ein aufgeräumtes Haus hinterlassen".
ÖVP-Obmann Josef Martinz meinte, Pfeifenberger sei ein Bauernopfer für die kurzsichtige und konzeptlose Politik Haiders: "Pfeifenberger geht, das Chaos bleibt." Auch der Landessprecher der Grünen, Rolf Holub, erklärte, Pfeifenberger müsse für Haider "den Kopf hinhalten", bei der Schuldenpolitik des Landes wäre jeder Finanzreferent überfordert.
(apa)
