Wahl zum Hauptverbands-Chef vertagt: 4:4 zwischen Dinkhauser (V) & Haberzettl (S)
- Vier Enthaltungen im von der ÖVP dominierten Gremium
- Nächster Anlauf wird am 4. Februar unternommen
Dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger fehlt weiter der Vorsitzende. Bei der Wahl im Vorstand konnte heute überraschend keiner der beiden Kandidaten die notwendige Mehrheit auf sich vereinen. Der Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Dinkhauser (V) und der Chef der Eisenbahner-Gewerkschaft Haberzettl (S) erhielten jeweils vier Stimmen.
Die übrigen vier Mandatare, vermutlich die Vertreter des VP-Wirtschaftsbunds, enthielten sich bei der geheimen Wahl. Nächster Anlauf für die Kür des Vorstandschefs ist Freitag in einer Woche.
Wie stets im Hauptverband verkommt also auch diese Personalentscheidung zum Strategiespiel. Diesmal ist die Situation allerdings noch verworrener als bei früheren Angelegenheiten. Denn die ÖVP ist komplett uneinig. Trotz ihrer 7:5-Mehrheit im Vorstand konnte sich der VP-Mann Dinkhauser nicht durchsetzen. Der Wirtschaftsbund würde nämlich lieber den Sozialpartner Haberzettl an der Spitze stehen.
Zu einer aktiven Unterstützung wollte man sich freilich doch nicht durchringen. Allerdings konnten die Wirtschaftsbündler darauf verweisen, dass sich die sozialdemokratischen Vertreter bei der Wahl von Arbeitgeber-Vertreter Karlheinz Kopf zum Vorsitzenden der Trägerkonferenz ebenfalls nur enthalten hatten. Trotzdem galt es am Donnerstag doch als Überraschung, dass Haberzettl nicht durchkam. Druck dürfte es vor allem von der Bundespartei gegeben haben. Dem Vernehmen nach soll sich gestern vor allem Klubchef Wilhelm Molterer massiv in die Verhandlungen eingeschalten haben.
Dinkhauser sieht sich jedenfalls wieder im Rennen und will nun mit Überzeugungskraft seine eigene Partei in die Pflicht nehmen. Bei den Sozialdemokraten demonstriert man derweil Gelassenheit. Die vorläufige Nichtwahl hat Haberzettls Lust am Job ebenfalls nicht geschmälert: "Jetzt hab ich erst recht Lust."
(apa/red)
