Dienstag, 25. Jänner 2005

Ganztagsschulen: Die Grünen werfen Gehrer "Etiquettenschwindel" vor

  • Bauliche Veränderungen & zustätzliches Personal nötig
  • Dieter Brozs fordert Neuorientierung des Unterrichts

"Etikettenschwindel" wirft der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und ihren Absichten zum Ausbau der ganztägigen Betreuungseinrichtungen vor. "Es geht Gehrer nicht um eine pädagogische Neuorientierung, sondern nur um eine Ausweitung der Nachmittagsbetreuung, für die noch dazu jede Finanzierung fehlt. Notwendig wäre eine Neuverteilung der Unterrichtszeit mit Lern- und Erholungsphasen über den ganzen Tag", so Brosz.

Für eine echte Neuorientierung bräuchte es neben zusätzlichem Personal auch Mittel für bauliche Veränderungen. Zur Zeit sei es den Schülern nicht zuzumuten, auch den Nachmittag in Schulen zu verbringen, die dazu baulich nicht geeignet seien, meinte Brosz.

"Endlich etwas Bewegung im österreichischen Schulwesen" ortet die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) und begrüßt das "plötzliche Engagement der ÖVP für die Einführung einer Ganztagsschule". Als einzigen Schönheitsfehler wertet sie, dass der Bund die Antwort auf die Frage, wer das bezahlen soll, bisher konsequent schuldig geblieben sei. Um endlich auch zur Tat schreiten zu können, fordert Brandsteidl Gehrer in einer Aussendung auf, "endlich ein Bekenntnis zur einer selbstredend vom Bund zu finanzierenden Ganztagsschule abzulegen".

Auch die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert von Gehrer nun "Taten statt Worte". Konkret will die Interessenvertretung einen Rechtsanspruch auf schulische Ganztagsbetreuung.
(apa/red)

25.1.2005 15:42