Dienstag, 25. Jänner 2005

Haider vergiftet erneut Koalitionsklima: VP erbost über Sherpa-Sager des Kärntners

  • Pröll: "Sehe keine Sherpas, verstehe Aussage nicht"
  • LH warnte FP, sich zu ÖVP-Helfern machen zu lassen

Die ÖVP-Regierungsmannschaft kann die Kritik des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) nicht nachvollziehen. Haider hatte seine Partei am Wochenende davor gewarnt, sich zu den "Sherpas" der ÖVP machen zu lassen und dem Koalitionspartner vorgeworfen, die FPÖ zerstören zu wollen. Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) wies dies am Dienstag vor dem Ministerrat zurück: "Ich sehe keine Sherpas in der Regierung, habe sie nie gesehen. Deshalb verstehe ich diese Aussage nicht." Die Zusammenarbeit der Koalitionspartner sei "sehr gut".

Auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) bezeichnete die Vorwürfe Haiders als nicht richtig. Die Freiheitlichen seien sicher nicht die Sherpas der ÖVP. Jede Koalitionsregierung sei gut beraten, zusammen zu arbeiten und gemeinsam vorzugehen. Bartenstein glaubt, dass die Zusammenarbeit mit Ursula Haubner (F) noch besser werde. Er bedauerte, dass Herbert Haupt (F) aus gesundheitlichen Gründen "den Hut nehmen musste bzw. wollte".

Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) weist Haiders Aussagen als "eine Meinung von vielen" zurück: "Die ÖVP zerstört nicht die FPÖ, wenn sich die FPÖ zerstört, dann schon selbst." Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) vermutet hinter den Aussagen des Landeshauptmanns ein "Knittelfeld-Trauma". Finz: "Ich stelle mir die Zusammenarbeit wie bisher gut vor."

Für Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) ist das Bestreben der Freiheitlichen, sich vom Koalitionspartner abzugrenzen, "legitim": "Wir sind ja keine Einheitspartei." Die FPÖ sei der Koalitionspartner der Volkspartei. Man wolle sie sicher nicht zerstören, sondern auch in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode noch viel gemeinsam bewegen, versicherte Rauch-Kallat. (apa)

25.1.2005 11:37