Wieder Aufregung um Eurofighter: Die Kampfflieger sind nur bedingt einsatzfähig
- Schießen mit Bordkanone ist noch immer verboten
- Entwicklungskosten zu hoch - Obergrenze erreicht
Der Eurofighter bereitet dem deutschen Verteidigungsministerium neue Sorgen. Die Partnerländer Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien müssen tiefer in die Tasche greifen oder bekommen nur ein bedingt einsatzfähiges Fluggerät, schreibt das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf einen Bericht an den Deutschen Bundestag.
Die mit den Herstellern vereinbarte Obergrenze der Entwicklungskosten - allein 4,39 Milliarden Euro für den deutschen Anteil von 33 Prozent - reicht laut dem vom "Spiegel" zitierten Bericht nicht aus, um alle bisher verabredeten Leistungsanforderungen zu erfüllen.
Dabei hätten die vier Nationen schon bisher notgedrungen auf einige der geplanten Funktionen des Eurofighters verzichtet. So werde der Schutz der Piloten geschmälert, weil wichtige Alarmgeräte, die vor gegnerischen Abwehrraketen und Laser-Strahlen warnen, erst einmal wegfallen. Auch das Bord-Radar und der Autopilot, der die Crews beim Umgang mit dem komplizierten Flieger entlasten soll, würden nur eingeschränkt arbeiten.
Trotz 16-jähriger Entwicklungszeit dürfen die bisher ausgelieferten Jäger laut dem Nachrichtenmagazin derzeit ihre wichtigsten Waffen nicht einsetzen: Das Schießen mit der Bordkanone ist verboten, ebenso der Einsatz von Luft-Luft-Raketen mit kurzer Reichweite. Nicht einmal die Zusatztanks und Hitzefackeln zum Täuschen feindlicher Raketen sind gegenwärtig zur Nutzung freigegeben.
Die deutsche Luftwaffe hat im April vorigen Jahres acht Eurofighter erhalten, die aber wegen diverser Probleme bisher nur knapp 300 Flugstunden absolviert haben. Für die am Jahresanfang begonnene Ausbildung von Einsatzpiloten sind zur Zeit nur fünf dieser Maschinen verfügbar. Die übrigen stehen in der Werft. Österreich hat 18 Stück der zweiten Tranche des Kampffliegers geordert, die nach derzeitiger Planung im Mai 2007 ausgeliefert werden soll.
ÖVP "empört" über Kritik
Die ÖVP steht zum Kauf der Eurofighter und reagiert "empört" auf die jüngste Kritik daran. Berichte wonach die Flieger nur bedingt einsatzfähig seien und ihre Entwicklung zusätzliche Kosten verursachen würde, wies ÖVP-Wehrsprecher Walter Murauer am Montag in einer Aussendung zurück. "Die Nicht-Anschaffung von Flugzeugen zur Luftraumüberwachung würde Österreichs Sicherheit gefährden", so der Wehrsprecher.
(apa)
