Freitag, 21. Jänner 2005

WOMAN: Schönsein bis in den Tod! Alle Hintergründe des Beauty-OP-Drama's!

  • Alina hinterlässt Sohn Mario, 5, und kranken Ehemann
  • PLUS: Prominente, die sich operieren ließen...

Drama. Sie war jung und sie war schön. Doch Alina, 32, wollte makellos sein. Nach einer Fettabsaugung in Ungarn starb sie an einer Embolie. Sie hinterlässt Sohn Mario, 5, und einen kranken Ehemann.

Sei nicht traurig, in ein paar Tagen bin ich wieder bei dir", verabschiedete sich die Gmundnerin Alina M., 32, von ihrem kleinen Sohn Mario. Während sie den Buben noch einmal ganz fest an sich drückte, sah sie in die sorgenvollen Augen ihres Ehemannes Ibrahim, 37. Auch er hatte Angst vor diesem Abschied. Ibrahim sehnte den Augenblick, wo sie wieder nachhause kommen würde, jetzt schon herbei. Der Mann, er leidet an fortgeschrittener multipler Sklerose, ist auf die Hilfe seiner jungen Frau angewiesen und wusste nur, dass sie sich irgendwo in Ungarn die Schenkel verschönern lassen wollte. Warum? Das konnte er ohnehin nicht verstehen. Für ihn war sie schön genug, doch sie drängte, wollte perfekt sein. Alina drückte ihm noch einmal einen Kuss auf die Wange und ging. Das war am Montag, den 10. Jänner. Drei Tage später war sie tot ...

55 Kilo bei 1,75 Meter Größe
Renate K., 51, wohnte schon seit vielen Jahren mit Alina Tür an Tür und wurde ihr zur lieben Freundin. Sie erzählt: "Die Alina und ihr Mann kamen vor 13 Jahren aus ihrer gemeinsamen Heimatstadt Tirana nach Gmunden. Die Alina war immer fröhlich und extrem fleißig, erzählte mir, dass sie in Albanien Chemie studiert hatte und jetzt darunter leidet, als Kellnerin jobben zu müssen." Renate, verständnislos: "Sie war 1,75 Meter groß und hatte mit Sicherheit nicht mehr als 55 Kilo. Ich jedenfalls habe sie immer um ihre Figur beneidet. Und wenn ich ihr das gesagt habe, sagte sie immer nur, dass sie sich so fett findet. Ich weiß auch, warum sie mir vorflunkerte, dass sie auf Wellnessurlaub nach Ungarn fährt. Sie wusste genau, dass ich ihr vom Eingriff abgeraten hätte."

Die Nachricht
Am dritten Tag nach Alinas Abschied bekam Ibrahim den Anruf eines ungarischen Arztes. "Ihre Frau hat eine Lungenembolie, bitte kommen Sie sofort. Wir holen Sie am Wiener Westbahnhof ab und bringen Sie dann mit dem Auto zu uns!" Ibrahim blieb nur gerade so viel Zeit, um seinen Sohn bei Renate Köfer abzuliefern. Die Frau zu WOMAN: "Bereits einen Tag später kam er wieder zurück und erzählte mir weinend, dass Alina bereits tot war, als sie ihn hier angerufen hatten."

1.500 Euro retour
Ein Team aus der Klinik holte den Mann am Bahnhof in Györ ab, fuhr in die Schönheitsklinik und drückte ihm das Gewand der Verstorbenen in die Hand. Und die 1.500 Euro, die seine Frau zwei Tage zuvor für den Eingriff vorab bezahlt hatte. "Er und vor allem der Bub tun mir ja so leid. Alina hat ja die Familie erhalten müssen. Was soll jetzt bloß aus ihnen werden ...?"

Beerdigung ohne Obduktion
Alina wurde - ohne Obduktion - in ihrer Heimatstadt Tirana beerdigt. Für juristische Hilfe fehlt dem schwer kranken Witwer das Geld. Denn viele Fragen sind offen: Unterschrieb Alina einen Verzicht auf jegliche Schadenersatzforderungen? Und: Hätte sie mit professioneller Hilfe gerettet werden können?
(Aus WOMAN 2/2005)


21.1.2005 10:31