Nach E-Control Anordnung: BEWAG senkt mit 1. Februar Strompreis um acht Prozent
- Lukits: Verordnete Netztarifsenkung wird angefochten
- Heftige BEWAG-Kritik am Tarifkalkulator der E-Control
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Nach der von der E-Control festgelegten Senkung der Netztarife senkt die BEWAG den Strompreis ab 1. Februar um rund 8 Prozent. Die Verordnung werde man, sobald sie kundgemacht sei, beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) anfechten, erklärte BEWAG-Vorstandssprecher Hans Lukits am Freitag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Die festgelegte Senkung der Netztarife um über 20 Prozent sei "massiv überzogen", etwa 12 Prozent wären wirtschaftlich gerechtfertigt, doch auch das sei "ein enormer Wert", so Lukits.
Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh erspare sich durch die Senkung jährlich rund 52,5 Euro. Bei einem Netztarif-Anteil an den Stromkosten von 40 bis 45 Prozent ergebe sich ein Senkungspotenzial von 8 bis 9 Prozent, so Lukits. Die Großhandelspreise für Strom, zu denen die BEWAG einkaufe, befänden sich derzeit noch immer um 35 bis 40 Prozent über dem Niveau von vor zwei Jahren.
Im Detail ergebe sich für Haushalte eine Senkung um 8,3 Prozent, für Gewerbe und Industrie liege sie bei 7,5 bis 8 Prozent, so Lukits. Damit liege man bei den Preisen für Haushalte bereits "im unteren Drittel der EU", bei den Industriepreisen am "untersten Ende". Der Vergleich der Netztarifpreise mit Ländern wie England, Norwegen, Finnland oder Schweden hinke, so Lukits. Während in Österreich die Stromausfallszeiten bei 50 Minuten pro Kunden und Jahr lägen, seien sie in nordischen Ländern um das Vier- bis Fünffache höher.
Kritik am Tarifkalkulator
Vom Regulierungsverfahren verlange man in Zukunft, "dass es ein Verfahren ist, das unabhängig, neutral und politikfern ist." Das Verfahren müsse außerdem gewährleisten, dass sich Effizienzverbesserungen auch für das Unternehmen rechneten. Beim Tarifkalkulator der E-Control werde völlig ignoriert, dass die BEWAG beispielsweise ein Bonuspunktesystem für Kunden habe und von allen Stromanbietern in Österreich das bei weitem umfassendste Diensleistungsangebot aufweise. Würde man die Bonuspunkte einrechnen, sei man unter den drei günstigsten Anbietern Österreichs, so BEWAG-Vorstand Josef Münzenrieder.
Die BEWAG setze einen erfreulich kräftigen Entlastungsimpuls für die Haushalte, die zuletzt vielen neuen Belastungen durch die Bundesregierung ausgesetzt waren, kommentierte SPÖ-Klubobmann Christian Illedits die Strompreissenkung. LHStv. Franz Steindl (V) erklärte, er halte seine Forderung nach einer 15-prozentigen Senkung aufrecht. Der freiheitliche Staatssekretär Karl Schweitzer erklärte, er betrachte die Weitergabe der Netzkostensenkung als großen Erfolg für die BEWAG-Kunden: "Ich sage aber schon jetzt, dass die angekündigte Anfechtung der E-Control Verordnung durch die BEWAG aussichtslos ist", so Schweitzer in einer Aussendung. (apa/red)
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