Fertigstellung bis 2010: EZB-Skytower von Coop Himmelb(l)au soll 500 Mio. kosten
- Entwurf muss modifiziert werden, um Kosten zu senken

Die Europäische Zentralbank (EZB) will ihren neuen "Skytower", der nach den Plänen des Wiener Architektenbüros Coop Himmelb(l)au entstehen wird, bis zum Jahr 2010 für geschätzte 500 Millionen Euro bauen. Das Geld komme allein aus den Mitteln der Zentralbank, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bei der Erläuterung des Großprojekts in Frankfurt.
Coop Himmelb(l)au wird am Main im Frankfurter Osten zwei ineinander verschlungene Türme von 184 Metern Höhe als neuen EZB-Sitz errichten. Der EZB-Rat hatte sich vergangene Woche für den spektakulären Entwurf entschieden. Der Entwurf erfülle am besten die Anforderungen der EZB und spiegele als ein einzigartiges Wahrzeichen ihre Werte wie Einheit und Transparenz wider, sagte EZB-Vizepräsident Lucas Papademos bei einer Präsentation des Modells am Donnerstag in Frankfurt. Der Neubau soll im kommenden Jahr beginnen, das neue Zuhause der EZB voraussichtlich 2010 - und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant - bezogen werden.
Als nächstes müssten die Architekten ihren Entwurf verbessern mit dem Ziel, die reinen Baukosten deutlich auf 500 Millionen Euro zu reduzieren, sagte Papademos. Hinzuzurechnen seien noch Kosten für Planung und Infrastruktur, die noch nicht genau beziffert werden könnten. "Wir wollen die Schönheit, aber wir wollen auch die optimalen Kosten", sagte Trichet.
Der Neubau soll ein Symbol für das vereinte Europa und seine gemeinsame Währung, den Euro, werden. Das Gebäude weist rund 100.000 Quadratmeter Nutzfläche auf und soll 2.500 Arbeitsplätze bieten. Derzeit hat die EZB rund 1.500 Beschäftigte.
In der nächsten Planungsphase, für die das gesamte Jahr 2005 vorgesehen ist, sind noch viele Details zu klären. So etwa das Ausmaß, in dem der Charakter der denkmalgeschützten Großmarkthalle erhalten bleibt. Nach dem letzten Entwurf müssen die Backsteinmauern des markanten lang gestreckten Tonnengewölbe-Baus zu großen Teilen Glasfassaden weichen. Man habe trotz der Transparenz des Baus die Sicherheitsbedürfnisse nicht vernachlässigt, sagte Architekt Wolf Prix von Coop Himmelb(l)au, ohne Details zu nennen.
Die EZB will zudem viel Sorgfalt darauf verwenden, an die dunkle Geschichte des Gebäudes zu erinnern - im Zweiten Weltkrieg startete von dort die Deportation Frankfurter Juden in Vernichtungslager. Trichet berichtete von einem engen Austausch darüber mit der jüdischen Gemeinde und kündigte einen Gestaltungswettbewerb für ein Mahnmal zum Ende dieses Jahres an.
Das neue Gebäude werde nicht nur ein Wahrzeichen für Europa und Frankfurt, sondern eine "globale Ikone", sagte Trichet. Bisher hat die EZB, deren Angestellte derzeit auf drei Gebäude im Frankfurter Bankenviertel verteilt sind, zehn Millionen Euro für die Erschließung des Grundstücks ausgegeben. (apa)
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