Red Bull steigt beim Projekt Spielberg aus:
Gespräche über Kosten für Ring-Sanierung!
- Steiermark und Red Bull verhandeln "kameradschaftlich"
- Probleme nach Projektende: Besitzstruktur inhomogen
·Trotz Vermittlungs- versuch der Politik
Red Bull erklärt "Projekt Spielberg" für gestorben!
·Spielberg: Keine Red Bull-Beteiligung
FPÖ und SPÖ sprechen von "Katastrophe"
·Stichwort: Projekt Spielberg im Detail
Motor-/Flugakademie mit Rennstrecken & Hotellerie
·Tausende neue Jobs in Spielberg
Studie: 10.000 Arbeits-plätze alleine für Bauphase
·Mateschitz über sein Erfolgsrezept
Red Bull-Boss im Wortlaut:
"Wir waren die Ersten"
Was mit der teils bereits abgebrochenen Infrastruktur auf dem obersteirischen A1-Ring nach dem Aus für das Red Bull-Projekt Spielberg geschehen soll und wer Kosten tragt, ist vorerst nicht geklärt, aber Gegenstand von "kameradschaftlichen" Gesprächen zwischen dem Land Steiermark und Red Bull.
Dabei ist die Besitzstruktur recht inhomogen: Die Red Bull-Firma Projekt Spielberg GmbH & Co. KG hatte den A1-Ring ab 2004 von der Österreichring GmbH (die im Besitz des Landes Steiermark steht) bis 2067 gepachtet. Das Areal des A1-Rings hatte das Land wiederum von rund 20 Landwirten gepachtet. Zudem hat Red Bull Chef Dietrich Mateschitz in der Umgebung des Rings mehrere Dutzend Hektar für das nun gescheiterte Projekt einer Motorsport- und Luftfahrtakademie erworben.
Die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) hatte am Donnerstag nach der Sitzung des Spielberg-Lenkungsausschusses erklärt, "wer Mateschitz kennt, würde wissen, dass er keine Schutthaufen hinterlässt". Die Abbrucharbeiten sind allerdings schon sehr weit gediehen. In der Strecke selbst klaffen Gräben, Tribünen und Boxenstraße liegen in Trümmern. Den dazu nötigen Abbruchbescheid hatte die Gemeinde Spielberg im März 2004 erlassen.
Aus dem Büro von VP-Landesrat Hermann Schützenhöfer (V) hieß es, es gebe bereits Gespräche darüber, wer für das Räumen des Schutts bzw. für einen eventuellen Wiederaufbau die Veranlassung zu geben bzw. die Kosten zu tragen habe. Wertsteigernde Investitionen seien ja nicht vorgenommen worden, hieß es. Nächste Woche werde mit Red Bull darüber verhandelt, "mit einem kühlen Kopf". Vertraglich scheint ein solcher Fall offenbar nicht geregelt zu sein, da wohl niemand mit dieser Entwicklung gerechnet hat.
Kündbar wäre der Vertrag zwischen der Red Bull-Projekt Spielberg und der Österreichring GmbH ab 1. Oktober 2006 bei einer Einhaltung von sechs Monaten Kündigungsfrist, falls kein Projekt zu Stande kommt. Die Jahrespacht von Red Bull für den Ring beträgt 218.000 Euro. Als Pächter hat die Projekt Spielberg GmbH mit 1. Oktober 2003 die Nachfolge der Autofahrerorganisation ÖAMTC angetreten. Letztere hatte zuvor zusammen mit dem Land Steiermark den Ring erneuert und unter anderem auch ein Fahrtechnikzentrum dort betrieben. Die Pacht des ÖAMTC wäre bis 2007 gelaufen.
Red Bull-Chef Mateschitz hatte schon in den 1990-er Jahren Interesse an der Errichtung einer Motorsportakademie erkennen lassen. 2002 trat er beim Ende der Formel-1-Rennen in Österreich mit einem Großprojekt in der Tasche wieder auf den Plan. Um den Weg dafür freizumachen, mussten die Verträge mit dem ÖAMTC gelöst werden - angeblich um 15 und 20 Mio. Euro.
Unter dem Titel Projekt Spielberg sollte mit Partnern aus Auto- und Luftfahrtindustrie das Großprojekt samt Hotellerie um rund 700 Mio. Euro ausgeweitet werden. Im Mai 2004 gab es eine Förderzusage der Landesregierung in der Höhe von 90 Mio. Euro, einen Monat später einen positiven UVP-Bescheid des Landes. Dagegen beriefen zwei Bürgerinitiativen, die vor allem gegen eine geplante Off-Road-Strecke waren, nach eigenen Angaben aber nicht gegen das Gesamtvorhaben. Am 3. Dezember 2004 wurde die Grundsatzbewilligung vom Bundes-Umweltsenat aufgehoben. Dies war letztlich der Auslöser für den Rückzug von Mateschitz. (apa/red)
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