Mittwoch, 16. März 2005

Österreichs Inflation bleibt weiter hoch: Im Februar nur Rückgang um 0,1 Prozent

  • Rate nach hohem Wert im Jänner jetzt bei 2,8 Prozent
  • PLUS: In Eurozone liegt die Inflation bei nur 2,1 Prozent

Die Inflation ist in Österreich im Februar nur leicht zurückgegangen und damit weiter auf dem höchsten Stand seit Mitte 2001 geblieben. Die Teuerungsrate verringerte sich im Februar von 2,9 auf 2,8 Prozent im Jahresabstand, wie die Statistik Austria am Mittwoch bekannt gab. Ebenso hoch war die Inflation nach heimischer Berechnungsmethode zuletzt im Juni und Juli 2001 gewesen.

Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) verringerte sich von Jänner auf Februar von 2,4 auf 2,3 Prozent im Jahresabstand. Gegenüber dem Vormonat Jänner erhöhte sich der HVPI um 0,4 Prozent, und der VPI nach heimischer Berechnung stieg um 0,3 Prozent.

Wohnen, Wasser und Energie treiben Inflation in die Höhe
Erneut knapp die Hälfte der Jahres-Teuerung verursachten im Februar die Verteuerungen bei Wohnen, Wasser und Energie (+7,2 Prozent). Die Mieten gingen zwar gegenüber dem hohen Vormonatsniveau leicht zurück, lagen jedoch immer noch um 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert, so die Statistik Austria am Mittwoch.

Ausgaben für sonstige Dienstleistungen beim Wohnen, etwa Betriebskosten, wurden um 13 Prozent teurer. Ausgaben für Eigentumswohnungen stiegen sogar um 16,5 Prozent. Haushaltsenergie, ebenfalls in dieser Hauptgruppe enthalten, war um 7,5 Prozent teurer als vor einem Jahr. Spitzenreiter blieb Heizöl extra leicht/ Großabnahme mit einer Preissteigerung von 25 Prozent.

Ein Zehntel der Inflation wird nun von der Hauptgruppe Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verursacht. Die Teuerung lag hier zwar mit +2,2 Prozent unter dem Gesamt-VPI von 2,8 Prozent, einige Untergruppen wie Gemüse (+6 Prozent), Fisch (+5 Prozent), Fleisch (+4 Prozent) und sonstige Nahrungsmittel (+4 Prozent) lagen aber deutlich darüber.

Flugtickets kompensieren Treibstoffpreise
Der Inflationsbeitrag der Hauptgruppe Verkehr (+2,5 Prozent) war im Februar niedriger als in den Monaten davor. Die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel (+10 Prozent) liefern zwar nach wie vor einen hohen Inflationsbeitrag, dieser wurde aber teils durch sinkende Preise von Flugtickets (-8 Prozent) kompensiert.

Weitere Ursache der hohen Feber-Inflation ist die Anhebung der Konsumentenpreise für Tabakwaren im Jänner (+9,2 Prozent binnen Jahresfrist). Zusätzlich ist die Änderung bei Rückvergütungen von Zahnarztleistungen weiter zu spüren. Die sehr starken Erhöhungen betreffen hier aber nur wenige Bundesländer.

Gemüse wurde empfindlich teurer
Im Monatsabstand wiesen bei dem von Jänner auf Februar um 0,3 Prozent gestiegenen VPI einige Nahrungsmittel deutliche Preisanstiege auf, die Hauptgruppe Nahrungsmittel, Alkoholfreie Getränke ist durchschnittlich um 0,5 Prozent teurer als im Jänner. Spitzenreiter bei Gemüse (durchschnittlich +6 Prozent) waren Gurken (+61 Prozent) und Zucchini (+51 Prozent). Eine hohe Teuerung von jeweils 8 bis 11 Prozent wiesen auch Tomaten, Paprika, Fisolen und Weißkraut auf. Diese hohen Preissteigerungen konnten von wenigen Preisrückgängen, etwa bei Champignons (-6 Prozent), Zwiebeln (-5 Prozent) und bei Tiefkühlspinat (-3 Prozent), nicht kompensiert werden.

Auch die Preise von Fleisch zogen binnen Monatsfrist an, im Schnitt um +1 Prozent. So waren Schweinefleisch/Bauchfleisch, Karree und Putenbrustfleisch um je 3 Prozent teurer als im Jänner, Faschiertes sogar um 9 Prozent. Pauschalreisen wurden im Februar 3,8 Prozent teurer (Flugpauschalreisen +8 Prozent), dies führte in der Hauptgruppe Freizeit und Kultur zu einem Anstieg von im Schnitt 0,8 Prozent. Flugtickets aus der Hauptgruppe Verkehr, die sich insgesamt nicht verändert, wiesen eine Preissenkung von 7 Prozent auf.

Inflation in EU und Euro-Zone stark gestiegen
Die Inflation in der Europäischen Union und den zwölf Ländern der Eurozone ist im Februar stärker gestiegen als erwartet. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte, stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent. In seiner Vorabschätzung vor zwei Wochen war Eurostat noch von einem Anstieg im Februar um 2,0 Prozent ausgegangen.

Preistreiber waren Alkohol und Tabak, die 7,2 Prozent teurer waren als vor einem Jahr. Sie trugen 0,25 Prozentpunkte zur Gesamtinflation von 2,1 Prozent bei. Stärker als der Durchschnitt kletterten laut Eurostat auch die Preise für das Wohnen mit plus 4,0 Prozent und den Verkehr mit 3,7 Prozent, was vor allem auf höhere Spritkosten als vor einem Jahr zurückzuführen ist.
(apa/red)

16.3.2005 11:33