Trendwende im Pfusch: Schwarzarbeit in Österreich heuer erstmals rückläufig?
- Geplanter Dienstleistungsscheck als Ursache
- Griechenland und Italien dominieren bei Schwarzarbeit
Pfusch und Schwarzunternehmertum werden in Österreich heuer erstmals an wirtschaftlicher Bedeutung verlieren. Nach Vorausberechnungen des Linzer Volkswirtschaftsprofessors Friedrich Schneider werden im Jahr 2005 in der so genannten Schattenwirtschaft 22 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Rückgang von beinahe 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen wird.
Damit dürfte heuer erstmals ein langjähriger, wenigstens seit Beginn der 1990er-Jahre anhaltender Trend gebrochen werden. Voraussetzung dafür ist, dass der in Österreich seit längerem geplante Dienstleistungsscheck tatsächlich noch heuer eingeführt wird. Das Gesetz dafür befindet sich gerade in Begutachtung. Der Scheck, der helfen soll, etwa Pflege- oder Reinigungsarbeiten in privaten Haushalten legal zu verrichten, soll ab Herbst erhältlich sein.
Der Schattenwirtschaftsexperte nennt in seiner neuen Studie einen zweiten Grund für den Rückgang der Schwarzarbeit: die Steuerreform, wobei Schneider weniger an die Unternehmenssteuern, sondern an dieEntlastung von kleinen Einkommensbeziehern denkt: Das habe den Anreiz zur Schwarzarbeit sicher etwas verringert. Die jüngste Verteuerung der Krankenversicherung sei da freilich wieder ein Rückschlag, so der Wissenschaftler.
Während die Schattenwirtschaft seit etwa Ende der 1990er-Jahre in den meisten OECD-Ländern rückläufig ist, hat sie bis zum heurigen Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter zugelegt. Trotz der teils dramatischen Zuwächse in den Neunzigerjahren ist das volkswirtschaftliche Gewicht der illegalen Wirtschaft in den drei mitteleuropäischen Ländern international gesehen freilich noch immer relativ gering.
Zu den Spitzenreitern in Sachen Schwarzarbeit gehören die EU-Länder Griechenland und Italien. Dort wird etwa ein Viertel der offiziellen Wertschöpfung an Steuer- und Sozialversicherungskassen vorbei erwirtschaftet. (apa)
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