Austria Tabak schließt zwei Werke: "Aus" für Betriebsstätten Fürstenfeld und Schwaz
- Insgesamt sind 140 Mitarbeiter davon betroffen
- Werke in Linz und Hainburg sollen gestärkt werden
Die Austria Tabak GmbH (AT), seit 2001 eine 100-Prozent-Tochter der britschen Gallaher-Gruppe, schließt im Verlauf des Jahres ihre Standorte Fürstenfeld (Steiermark) und Schwaz (Tirol). Damit verlieren insgesamt rund 140 Personen ihren Arbeitsplatz, davon 90 in Schwaz. Die Schließungen sind Teil von Umstrukturierungsmaßnahmen im Gallaher-Konzern, mit denen das Unternehmen seine internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern will.
Auch Teile des Distributionsnetzes sollen reorganisiert werden. In Summe dürften als Konsequenz aller geplanten Änderungen etwa 250 Stellen im Gallaher-Konzern betroffen sein. Österreich ist mit rund 170 wegfallenden Stellen davon am härtesten betroffen. Außer den Beschäftigten in den Werken Schwaz und Fürstenfeld dürften noch 30 Mitarbeiter der Großhandelstochter Tobaccoland in den nächsten drei Jahren ihren Arbeitsplatz verlieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Austria Tabak-Geschäftsführer Stefan Fitz bekräftigte am Dienstag das klare "Ziel, den Standort Österreich zu sichern und die verbleibenden österreichischen Fabriken zu stärken". Dafür werde Gallaher in den nächsten Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag (Euro) in die verbleibenden AT-Werke in Linz und Hainburg investieren.
Die Werke Schwaz und Fürstenfeld seien nicht ineffizient, unterstrich Fitz. "Aber Schwaz ist international sehr klein und räumlich beschränkt", deshalb seien die Kosten vergleichsweise hoch. Und die Zigarrenproduktion im steirischen Fürstenfeld könne kostenmäßig nicht mithalten mit der steigenden Zahl von Niedrigpreisproduktionen. "Wir hätten die Zigarrenpreise um 50 bis 80 Prozent erhöhen müssen, das hätten unsere Kunden nicht akzeptiert", erklärte Fitz. Daher habe man sich entschlossen, die Zigarrenproduktion ins britische Cardiff (Wales) zu verlagern. Damit wird im Lauf des Jahres die Zigarrenproduktion in Österreich eingestellt, einige heimische Marken würden aber weiter in Cardiff hergestellt.
Gallaher will auf der einen Seite bestehende Produktionsstätten in Österreich und Großbritannien stärken und hier qualitativ hochwertige Produkte für die Märkte West- und Mitteleuropas erzeugen. Die Märkte Osteuropas und in den Entwicklungsländern sollen aus Polen beliefert werden - und "da, wo es sinnvoll ist", lokale Produktionsstätten errichtet werden, etwa in Afrika. Gallaher stellt seit kurzem auch in Rumänien Zigaretten her, in Lohnfertigung werden Gallaher-Marken auch in Bosnien und Mazedonien erzeugt.
Der in der AT-Tochter Tobaccoland konzentrierte AT-Großhandel soll künftig in Wien konzentriert werden. Hier soll in Zukunft die Kommissionierung un das Warenlager angesiedelt sein. Die übrigen Warenlager in Österreich sollen als "cash & carry"-Läger für Trafikanten und als Zwischenlager für kommissionierte Produkte dienen sowie als Anlaufstelle für Fahrer, Außendienstmitarbeiter und Dekorateure.
Die geplanten Werksschließungen haben heftige Kritik seitens der Gewerkschaften, der Arbeiterkammer sowie vor allem seitens der Opposition hervorgerufen. "Mit ihrer Verscherbelungspolitik schafft die Regierung immer neue Arbeitslose", kritisiert etwa SP-Wirtschaftssprecher Johann Moser. Die AT-Schließungen seien ein "warnendes Beispiel" für die geplanten Privatisierungen von VA Tech, Post und Telekom.
(apa)
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