18.1.2005 11:17

Mehr als merkwürdige Regelauslegung im Tennis: Doping ist nicht gleich Doping!

  • Positiver Test bei Russin Swetlana Kusnezowa gilt nicht!
  • B-Probe noch ausständig, Russin fühlt sich unschuldig

Eine mehr als merkwürdige Regelauslegung legt der Tennisverband bei Dopingvergehen an den Tag. Nachdem bekannt wurde, dass die Russin Swetlana Kusnezowa bei einem Einladungturnier im belgischen Charleroi unerlaubte Mittel zu sich genommen hat, entschuldigt sie die WTA: Außerhalb der offiziellen WTA-Turniere ist das gefundene Stimulanzmittel Ephedrin nicht verboten. Heißt also im Klartext, dass sich Spielerinnen ruhig dopen können, so lange sie nicht bei einem Turnier erwischt werden. Damit liegt die Damen-Profi-Tour sogar auf einer Linie mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Der Fall Kusnezowa ist damit nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen kein Dopingfall, denn die Veranstaltung von Belgiens Olympiasiegerin Justine Henin-Hardenne am 18. und 19. Dezember in Charleroi war ein Wohltätigkeitsturnier. "Wenn die Berichte stimmen, dann scheint es, dass nichts passieren wird", sagte WTA-Chef Larry Scott bei den Australian Open.

Dennoch zog es Kusnezowa am Dienstag vor, ihren bisher tadellosen Ruf schriftlich zu verteidigen. "Ich bin stolz darauf, eine saubere Athletin von höchster Integrität zu sein und fühle mich von diesen schändlichen Vorwürfen angegriffen. Es gibt überhaupt keinen Grund, warum ich ein Stimulanzmittel außerhalb der Saison nehmen sollte. Wahr ist, dass ich beim fraglichen Showmatch einen Schnupfen hatte und ein Erkältungsmittel eingenommen habe", teilte sie mit und sprach von "unverantwortlichen Anschuldigungen". Niemand von den belgischen Behörden habe bisher mit ihr Kontakt aufgenommen.

Im Dezember gedopt
Die Russin Swetlana Kusnezowa, die 2004 die US Open gewonnen hat und Teil der siegreichen Fed-Cup-Mannschaft war, hat am 19. Dezember im Zuge des Einladungsturniers in Charleroi eine positive Dopingprobe abgegeben. In der A-Probe der Weltranglisten-Fünften wurde das Stimulanzmittel Ephedrin festgestellt.

"Ich bin im vergangenen Jahr elf Mal kontrolliert worden. Ich nehme definitiv nichts, daher bin ich nicht besorgt", hatte Kusnezowa am Montag bei den Australian Open zu entsprechenden Gerüchten gemeint.

Im vorigen Jahr hatte es Wirbel um Greg Rusedski gegeben, der trotz einer positiven Probe bei den Australian Open antreten durfte. Der Brite wurde später frei gesprochen, nachdem sich herausstellte, dass ein von der ATP verteiltes Nahrungsergänzungsmittel verunreinigt war.
(apa)

18.1.2005 11:17
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