Dienstag, 18. Jänner 2005

Generalmanager Polster macht bei Wiener Austria ernst: Michi Wagner vor Tür gesetzt

  • Nach 22 Jahren meint Klub, es gebe keine Zukunft mehr
  • 'Österreicher haben bei Austria nicht mehr beste Karten'

Toni Polster macht bei Österreichs Fußball-Vizemeister FK Austria Magna in seiner neuen Rolle aus Generalmanager Nägel mit Köpfen: Erstes "Opfer" des neuen starken Manns ist der Kapitän der Meistermannschaft von 2003. Michael Wagner wurde mitgeteilt, dass es für den langjährigen Violetten keine Zukunft mehr bei der Austria gibt. "Die sportliche Leitung plant nicht mehr mit mir und legt mir bei einem Vereinswechsel nichts in den Weg", bestätigte der 29-Jährige gegenüber der APA.

"22 Jahre bei der Austria zählen nichts mehr, aber das ist anscheinend das Geschäft. Das Österreicher bei der Austria nicht mehr die besten Karten haben ist ebenso ein Faktum", kommentierte Wagner die Tatsache, dass nur mehr Ernst Dospel und Markus Kiesenebner als gebürtige Österreicher im engeren Austria-Kader stehen. Thomas Mandl, Paul Scharner, Thomas Flögel, Martin Hiden, Manfred Rothbauer, Wolfgang Hopfer, Patrick Pircher, Volkan Kahraman, Roland Linz und Joachim Parapatits zählen in jüngster Zeit ebenso wie nun Michael Wagner zur rot-weiß-roten Abgangsliste bei den Veilchen.

Wagner sieht Sache nüchtern
"Treue gibt es nicht mehr. Das Ganze muss man professionell betrachten, doch traurig ist es schon", gibt der von allen 'Turl' genannte Mittelfeldspieler zu. "Für einen Spieler ist es natürlich nicht ideal, wenn ihn der Verein nicht mehr braucht. Aber ich werde jetzt keinen Schnellschuss tätigen. Entscheidend wird sein, wenn ich irgendwo wieder spielen darf. Diesen Schritt muss ich mir sehr wohl überlegen".

Österreichische Klubs sind interessiert
Sein im Sommer auslaufender Vertrag sei kein Problem, die Austria würde "ihm da nichts in den Weg legen". "Einige interessante Klubs in Österreich" sind ebenso eine Option, wie ein erneuter Wechsel ins Ausland. Nach seinem missglückten Freiburg-Gastspiel in der deutschen Bundesliga, kennt Wagner jedoch auch die Kehrseite eines Wechsel in die Fremde: "Es sollte auch sportlich alles passen, den mit 29 schaut man sich seinen nächsten Schritt sehr gut an."

In zweiter Linie schielt Michael Wagner noch immer auf das Nationalteam. Der zehnfache Teamspieler (zuletzt beim 2:3 gegen Tschechien im Oktober 2003 im Einsatz) hofft mit mehr Spielpraxis auf ein Comeback im ÖFB-Dress. "Doch das geht nur über Spiele im Verein" - wo steht noch nicht fest, jedoch nicht mehr im violetten Trikot mit der Nummer 8 bei der Austria.
(apa)

18.1.2005 10:12