Montag, 24. Jänner 2005

Streif-Absage bereitet Kopfzerbrechen: ÖSV-Abfahrts-Rätsel wurde noch kniffliger

  • Welche fünf Österreicher fahren bei der WM in Bormio?
  • Aufstellungsdetails erst nach Schladminger Slalom

Nicht nur die Hahnenkamm-Abfahrt, sondern auch der große WM-Qualifikations-Showdown der ÖSV-Abfahrer musste abgesagt werden. Die ÖSV-Spitze mit Alpinchef Hans Pum und Herrenchef Toni Giger muss damit auf wichtige Aufschlüsse vor den kommenden Freitag beginnenden Weltmeisterschaften verzichten, eine ÖSV-interne Abfahrts-Qualifikation in Bormio ist damit wohl kaum mehr zu vermeiden. Nur Titelverteidiger Michael Walchhofer und der zweifache Saisonsieger Johann Grugger dürften ihr Ticket fix in der Tasche haben, zittern müssen hingegen nun selbst Kaliber wie Gesamt-Weltcup-Sieger Hermann Maier oder Olympiasieger Fritz Strobl.

Von ÖSV-Seite heißt es jedoch zu diesem Thema: "Kein Kommentar". "Nach dem Nachtslalom in Schladming wird die Mannschaft nominiert, die weiteren Entscheidungen fallen dann in Bormio vor Ort", stellte Herrenboss Giger klar. Alpinchef Pum weiß, dass nun einiges Kopfzerbrechen auf ihn und sein Trainerteam zu kommt. "Das ist das Schlechteste, was und passieren hätte können."

In Bormio dürfen die Österreicher fünf Mann ins Rennen schicken. Nach den bisher sieben Saison-Abfahrten - vor der WM gibt es keine weitere mehr - scheinen nur Grugger und Walchhofer fix zu sein, für die drei weiteren Plätze gibt es mit Maier, Strobl, Werner Franz, Christoph Gruber und Klaus Kröll gleich fünf Anwärter - das sind zwei zu viel.

Kröll hofft auf Quali in Bormio
Alles andere als ideal war die Kitz-Absage auch für den Steirer Kröll. "Für mich ist das ganz besonders schade. Ich hoffe aber, dass ich wenigstens eine Quali-Chance bekomme. Immerhin war ich bei der WM-Generalprobe in Bormio Vierter." "Herminator" Maier hat so wie u.a. auch Mario Scheiber und Christoph Gruber Kitz bis auf weiteres verlassen, die ÖSV-ler kehren - wenn eine Chance auf ein Rennen besteht - rechtzeitig zum Super G zurück.

Über die Sinnhaftigkeit der Absage gab es bei den Österreichern keinen Zweifel. "Eine absolut gerechtfertigte Absage, obwohl die Leute hier unmenschliches geleistet haben. Aber die Sicherheit der Läufer geht vor", so Toni Giger. Das sah auch Pum so: "Für uns wäre die Abfahrt wichtig gewesen, aber die Sicherheit steht im Vordergrund."

ÖSV-Shooting-Star Johann Grugger trauerte der Abfahrt nach. "Das ist extrem schade, ich wäre hier wirklich gerne gefahren. Vor 40.000 Leuten zu fahren, ist das Highlight der Saison."

(apa/red)

24.1.2005 16:31