Rotweißroter Triumph in Kitz: Pranger und Matt feiern Doppelsieg am Ganslernhang!
- Schönfelder komplettiert als Vierter tolles ÖSV-Ergebnis
- Raich macht nach Miller-Ausfall wichtige Weltcup-Punkte
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Rotweißroter Doppelsieg in Kitzbühel! Manfred Pranger sorgt im Slalom-Klassiker auf dem Ganslernhang für den ersehnten österreichischen Erfolg. Hinter Pranger gab Ex-Weltmeister Mario Matt (+0,12) ein kräftiges Lebenszeichen von sich und kletterte mit einer tollen Fahrt im zweiten Lauf noch aufs Siegertreppechen. Hinter Ivica Kostelic (+0,24) verpasste Rainer Schönfelder als 4. nur knapp einen totalen Triumph in Kitzbühel.
Sie alle und mehr als 20.000 Zuschauer, darunter Bundespräsident Heinz Fischer, freuten sich aber mit Pranger, der zwei Tage vor seinem 27. Geburtstag bei seinem 39. Weltcup-Slalom erstmals ganz oben stand. Bode Miller blieb ohne Punkte, damit liegt Benni Raich (8.) im Weltcup nur noch 166 Zähler hinter dem US-Amerikaner.
Abfahrt und Kombination abgesagt, Super G auf Montag verschoben, aber am Sonntag spielte das Wetter erstmals perfekt mit. Und weil allen Unkenrufern zum Trotz dank tiefer Temperaturen auch die Piste hielt, erlebten die Fans zwei Tage vor dem Nightrace in Schladming bereits einen ersten Höhepunkt. Mit Pranger als Hauptdarsteller. Während Miller, Raich, Giorgio Rocca (out) usw. fast ausnahmslos patzten, holte sich der Tiroler zum bereits fünften Mal in einem Weltcup-Slalom die Halbzeitführung. Mit Schönfelder (2.), Matt (6.) Kilian Albrecht (8.) und Kurt Engl (9.) lagen zudem gleich sechs Österreicher in den Top-Neun.
Slalom-Krimi im 2. Durchgang
Damit wurde der zweite Durchgang bei bereits schlechteren Sichtverhältnissen zum Thriller. Zunächst macht Raich mit Laufbestzeit seinen Steher und Platz 22 vom ersten Durchgang wett und verteidigte als Achter seine Führung im Slalom-Weltcup. Miller hatte hingegen nach einem kapitalen Fehler als 35. die Qualifikation verpasst. Engl und Albrecht fielen zurück, der zweifache Kitz-Sieger Kalle Palander stürzte völlig ab und damit stand ein ÖSV-Sieg bereits fest, denn Mario Matt hatte die Spitze übernommen.
Aber obwohl auch Schönfelder zurück blieb, hoffte der Ex-Weltmeister vom Arlberg vergeblich auf seinen wohl genauso verdienten Comeback-Sieg. Denn diesmal hielten im Gegensatz zum Vorjahr in Madonna und Sestriere (Rückfall auf Platz drei) sowie Adelboden und Kranjska Gora (out) die Nerven von Pranger. Zwölf Hundertstel rettet der Gschnitzer ins Ziel, wo ihm ein Felsbrocken vom Herzen fiel und Tränen der Erleichterung in die Augen schossen. "Es ist unbeschreiblich. Vier Mal hatte ich den Sieg schon zum Greifen nahe und es hat nicht geklappt. Mir fehlen die Worte", sagte Pranger im Zielraum. Er ist der bereits siebente Premieren-Sieger dieser Weltcup-Saison.
Alle freuen sich mit "Manni"
"Manni war überfällig. Das ist ihm wirklich zu vergönnen", gratulierte auch Schönfelder herzlichst. Der Kärntner hat zwar eine absteigende Kitz-Bilanz, die sich mit den Plätzen 1-2-3-4 aber sehen lassen kann. "Ich habe vor allem den zweiten Lauf verhaut", sagte der Kärntner. Bei Matt war es umgekehrt gewesen, "deshalb war mein Rückstand aus Lauf eins einfach schon zu groß. Aber auch ich freu mich für Manfred", sagte Matt. "Er hat so lange gebraucht, um überhaupt auf das Podest zu fahren. Dass er jetzt gerade hier vor dieser Kulisse gewinnt, freut mich besonders", sagte ÖSV-Alpinchef Hans Pum.
Auch wenn am Dienstag noch Schladming auf dem Programm steht, ist damit das WM-Slalomquartett mit Pranger, Schönfelder, Matt und Raich wohl endgültig perfekt. Die WM-Teams werden vom ÖSV am Mittwochvormittag bekannt gegeben, Raich muss schon Montag im Kitzbühel-Super G wieder ran und wird danach mit dem Helikopter nach Schladming geflogen. Gut möglich, dass der Tiroler vor der WM noch Tuchfühlung mit dem schwächelnden Bode Miller bekommt. Raich: "Ich rechne nicht, ich gebe Vollgas."
| Endstand des Slaloms in Kitzbühel: | |||
| 1. | Manfred Pranger | AUT | 1:31,51 Min. |
| 2. | Mario Matt | AUT | +0,12 |
| 3. | Ivica Kostelic | CRO | +0,24 |
| 4. | Rainer Schönfelder | AUT | +0,33 |
| 5. | Thomas Grandi | CAN | +0,65 |
| 6. | Manfred Mölgg | ITA | +0,91 |
| 7. | Pierrick Bourgeat | FRA | +0,99 |
| 8. | Benjamin Raich | AUT | +1,07 |
| 9. | Markus Larsson | SWE | +1,11 |
| 10. | Alois Vogl | GER | +1,15 |
| 11. | Patrick Thaler | ITA | +1,23 |
| 12. | Ted Ligety | USA | +1,29 |
| 13. | Jean-Pierre Vidal | FRA | +1,32 |
| 14. | Kilian Albrecht | AUT | +1,40 |
| 15. | Kalle Palander | FIN | +1,52 |
| 16. | Kurt Engl | AUT | +1,59 |
| 17. | Martin Marinac | AUT | +1,62 |
| 18. | Tom Rothrock | USA | +1,63 |
| 19. | Andrej Sporn | SLO | +1,66 |
| 20. | Johan Brolenius | SWE | +1,79 |
| 21. | Jure Kosir | SLO | +2,03 |
| 22. | Jukka Rajala | FIN | +2,47 |
| 23. | Ryan Semple | CAN | +2,49 |
| 24. | Cristian Deville | ITA | +2,56 |
| 25. | Mitja Valencic | SLO | +2,93 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang: u.a. Martin Kroisleitner (AUT), Reinfried Herbst (AUT), Drago Grubelnik (SLO), Erik Schlopy (USA), Giorgio Rocca (ITA), Hans-Petter Buraas (NOR), Truls Ove Karlsen (NOR)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Aksel Lund Svindal (NOR), Andre Myhrer (SWE), Giancarlo Bergamelli (ITA), Kentaro Minagawa (JPN), Silvan Zurbriggen (SUI)
U.a. nicht für den 2. Durchgang qualifiziert: Bode Miller (USA/35.)
(apa/red)
