Sonntag, 23. Jänner 2005

Schwimm-Weltcup: Markus Rogan kratzte in Berlin erstmals am Weltrekord!

  • Europarekord über 200 m Rücken klar verbessert
  • Fabienne Nadarajah wurde Zweite im Delfin-Sprint

Superstar Markus Rogan hat am Sonntag einen weiteren Meilenstein seiner Karriere gesetzt. Der vierfache Europameister kam beim Schwimm-Weltcup in Berlin über 200 m Rücken in 1:50,67 Minuten dem Kurzbahn-Weltrekord des US-Amerikaners Aaron Peirsol bis auf 15/100 Sekunden nahe und verbesserte seinen am 9. Dezember bei der EM in Wien fixierten Europarekord um 57/100 Sekunden. Damit sorgte Rogan für den Höhepunkt des zweiten Bewerbstages. Fabienne Nadarajah wurde Zweite im Delfin-Sprint.

Rogan schaffte den Sprung in eine neue Dimension, in der sich nun nur er und Peirsol aufhalten, mit einer abwartenden Taktik. Die ersten 100 Meter absolvierte der 22-Jährige an dritter Stelle, ehe er in der zweiten Rennhälfte wie geplant kräftig zulegte. Bei 150 m war der Stanford-Absolvent schon 3/100 unter dem Weltrekordkurs von Peirsol. Coach Robert Michlmayr: "Der dritte 50-er war eigentlich zu schnell, die Tauchphase nach dem Hunderter etwas zu intensiv." Daher verlor sein Schützling im Finish noch 18/100 auf die Weltbestmarke.

Michlmayr ist aber klar, dass eine neue Chance kommen wird. "Markus lernt mit jedem Rennen dazu, auch mit diesem. Er hat jetzt Vertrauen dazu, dass er das Rennen nicht unbedingt von vorne weg bestimmen muss. Dass es besser ist, wenn er ein bisschen verhaltener anschwimmt." In Europa ist Österreichs "Sportler des Jahres" auf seiner Paradestrecke jedenfalls nun noch unangefochtener als bisher, die Bestzeit des hinter ihm auf Rang drei rangierenden Kroaten Gordan Kozulj liegt um 95/100 hinter seiner.

Das Neuland des kurzfristigen Neuaufbau nach der EM in Wien ist für Rogan jedenfalls perfekt aufgegangen, die nochmalige gewaltige Steigerung binnen sechs Wochen ist beeindruckend. Und immerhin löste er auf der Position des Weltcup-Rekordhalters über die lange Rücken-Strecke niemand Geringeren als Welt-Schwimmer Michael Phelps ab. Auch durch eine kleine Entzündung hinter dem Ohr ließ sich Rogan nicht davon abhalten. Und auch sonst gibt's Positives vom Wiener, mit Speedo schloss er soeben einen neuen Ausrüster-Vertrag ab.

Unmittelbar nach dem Europarekord-Lauf von Rogan war Nadarajah im letzten Rennen des Wochenendes im Einsatz. Die 19-Jährige kam diesmal sogar auf Platz zwei, in 26,44 blieb sie über 50 m Delfin um 17/100 über ihrem österreichischen Rekord. Michlmayr: "Die ersten 25 waren gut, auf den zweiten hat sie aber einen Fehler gehabt." Oliver Schmich, Plamen Ryaskov, Dominik Koll, Stefan Wipplinger und Dominik Dür waren schon am Vormittag über ihren Bestzeiten geblieben. Als bester dieses Quintetts wurde Schmich über 200 m Rücken Elfter. (apa/red)

23.1.2005 18:41