Schlager verliert das Finale von Zagreb: Titelverteidiger scheitert klar an Samsonow
- Kroatien Open: Weltmeister schlägt starken Taiwanesen
Österreichs Tischtennis-Weltmeister Werner Schlager hat seinen Pro-Tour-Titel in Zagreb nicht erfolgreich verteidigt. Der 32-Jährige erreichte am Sonntag durch einen 4:1-Sieg gegen den Taiwanesen Chuan Chih-Yuan zwar das Endspiel, unterlag dort aber Europameister Wladimir Samsonow klar mit 0:4 (-5,-5,-4,-8).
Der Weißrusse hatte im Semifinale Schlagers neuen südkoreanischen Teamkollegen bei SVS NÖ, Olympiasieger Ryu Seung Min, 4:3 besiegt. Im Doppel-Finale unterlag mit Kostadin Lengerov ein weiterer SVS-NÖ-Spieler gemeinsam mit Feng Zhe (BUL) gegen Ko Lai Chak/Li Ching aus Hongkong 1:4.
Für Schlager war es die vierte Final-Niederlage in Folge nach dem Europa-Top-12 2004 in Frankfurt gegen den Dänen Michael Maze im Februar sowie bei den Pro-Tour-Events in Kairo im Mai gegen Ryu und gegen Samsonow bei den Brasilien Open im Juni. Auch damals hatte dieser im Semifinale Ryu und Schlager Chuan ausgeschaltet. Für Schlager war der Finaleinzug aber dennoch ein schöner Erfolg, hatte er doch im Vorfeld des Turniers mit einigen Wehwehchen zu kämpfen. Auch im Doppel mit Karl Jindrak spielte er passabel, unterlag erst im Semifinale dem Duo Lengerov/Feng (2:4).
Auch im Einzel-Halbfinale gab der Niederösterreicher den ersten Satz ab, fand dann aber immer besser zu seinem Spiel. "Ich musste erst das beste Service gegen ihn finden", erklärte das ÖTTV-Ass, der die nächsten vier Sets gewann, die anfänglichen Schwierigkeiten. Die Entscheidung brachte im fünften Satz ein Service-Fehler von Chuan beim Stand von 9:9. "Wenn ich dieses Spiel verloren hätte, hätte das Match ganz anders ausgehen können. Ich hatte sehr viel Glück", gestand Schlager ein.
Das allein nützte Schlager im Finale gegen das druckvolle Spiel Samsonows nicht mehr. "Darauf meinerseits mit Angriff zu antworten, war ich körperlich nicht mehr in der Lage", resümierte der Weltmeister, der nicht über 22 Gesamt-Punkte hinaus kam. Aber: "Ich bin mit dem Finaleinzug sehr zufrieden, weil ich mich am Beginn einer anstrengenden EM- und WM-Saison gut in Form fühle", so der Weltmeister, der Anfang Februar als nächstes Highlight das Europa-Top-12 in Rennes anvisiert hat.
Trotz der klaren Vier-Satz-Niederlage gegen seinen "Angstgegner" bleibt Zagreb ein guter Boden für Österreichs "Sportler des Jahres 2003". Der Niederösterreicher sicherte sich in der kroatischen Hauptstadt nicht nur in der vergangenen Saison den Pro-Tour-Sieg, sondern holte sich auch bei den Europameisterschaften im Jahr 2002 mit dem Herren-Team, im Mixed-Doppel (mit Liu Jia) und im Einzel drei Bronzemedaillen.
Eine durchaus erwartete Final-Niederlage setzte es für Lengerov und dessen für Bulgarien spielenden Doppelpartner aus China. Die Beiden gewannen gegen das an Nummer eins gesetzte Duo Ko/Li zwar den zweiten Satz mit 11:9, mussten sich den Olympia-Zweiten letztlich aber dennoch klar geschlagen geben. Bei den Damen sicherte sich Tie Yana aus Hongkong beide Titel. (apa)
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