Schwimmen: Der Weltverband entzog Montreal die Langbahn-Weltmeisterschaft
- Wegen großer finanzieller Probleme der Kanadier
- Stadt Wien will mögliche Bereitschaft diskutieren
Die für 17. bis 31. Juli vorgesehenen Schwimm-Weltmeisterschaften finden nicht in Montreal statt. Der Weltverband (FINA) entzog die Titelkämpfe der kanadischen Metropole am Mittwoch durch eine von 22 Bureau-Mitgliedern in Frankfurt abgehaltene Sitzung, da die Veranstalter das Budget wegen schlechten Ticketverkaufs und fehlender Sponsorgelder bei weitem nicht zu decken vermögen. Ein Ersatzort ist noch nicht bestimmt. Mögliche Ausrichter müssen bis zum 13. Februar ihr Interesse anmelden.
Die Organisatoren in Montreal hatten bis zuletzt mit diversen Zusagen versucht, die WM zu behalten. Unter anderem hatte der kanadische Schwimm-Verband 500.000 Dollar (382.175 Euro) aus eigenen Mitteln zugeschossen. Bei fehlenden Sponsor-Geldern in der Höhe von mehr als 8 Millionen Dollar (6,11 Mio. Euro) und einem schleppenden Ticket-Verkauf machte das aber keinen großen Unterschied.
Ersat-Kandidat Long Beach winkt ab
Als WM-Ersatz-Kandidat war schon seit längerem Long Beach im Gespräch, die US-Amerikaner waren Montreal bei der WM-Vergabe nur um eine Stimme unterlegen. Aus Kalifornien wurde aber indes schon gemeldet, dass wegen der im Vorjahr durchgeführten US-Olympia-Qualifikation eine WM so kurzfristig nicht finanzierbar wäre.
Wien als Ersatzort nun im Gespräch
Schon vor der Kurzbahn-EM in der Wiener Stadthalle hatte die FINA in Wien angefragt, ob auch Bereitschaft zur Veranstaltung einer WM besteht. Durch die perfekte Organisation der im Dezember ausgetragenen Titelkämpfe erhielt diese Anfrage noch mehr Gewicht. OK-Generalsekretär Alexander Zimmermann schloss am Mittwoch nichts aus: "Ich werde einmal Vizebürgermeisterin Grete Laska kontaktieren und die Angelegenheit mit ihr besprechen."
Zimmermann sieht in der Kurzfristigkeit der Vorbereitung an sich nicht das Problem. "Das würden wir schon hinbekommen." Allerdings seien die Quartier-Bereitstellung im Urlaubsmonat Juli und die Finanzierung im Gesamten kaum nehmbare Hürden. "Das ist teuer und schwierig. Aus meiner momentanen Sicht wäre das nicht zu schaffen." Grundsätzlich verlangt die FINA von WM-Veranstalter einen namhaften Betrag, von einem Zuschuss nicht zu reden. Ob dies auch in diesem nun besonderen Fall so ist, ist noch unklar. (apa)
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