Samstag, 22. Jänner 2005

Erschreckendes Untersuchungs-Ergebnis:
Jeder 5. Deutsche antisemitisch eingestellt!

  • Muslimische Zuwanderer als neue Problemgruppe

Fast jeder fünfte Deutsche hat laut Untersuchungen des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung judenfeindliche Einstellungen. Nachdem über Jahrzehnte ein Rückgang des Anteils antisemitischer Vorurteile in der Bevölkerung zu verzeichnen gewesen sei, ließen sich seit etwa zehn Jahren konstant bei 15 bis 20 Prozent antisemitische Einstellungen erkennen, schreibt der Forscher Werner Bergmann.

In einem Beitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag" erklärt Bergmann, die Ressentiments reichten bis in die Mitte der Gesellschaft. Im vergangenen Jahr hätten mehr als 70 Prozent der Deutschen der Aussage zugestimmt, sie ärgerten sich, wenn Juden den Deutschen heute noch die NS-Verbrechen vorhielten.

Zwar sei dies noch kein Beleg für eine antisemitische Motivation, doch dieser Ärger sei eng verknüpft mit dem Verdacht, "die Juden nutzen die Erinnerung an den Holocaust heute für ihren eigenen Vorteil aus" - dieser Aussage stimmten laut Bergmann im Jahr 2002 54 Prozent der Westdeutschen und 45 Prozent der Ostdeutschen zu.

Zuwanderer aus muslimischen und insbesondere aus arabischen Ländern bildeten eine besondere Problemgruppe für den so genannten "neuen Antisemitismus" in Europa, schrieb der Professor der Mitteilung zufolge. Diese Haltung äußere sich im Milieu arabisch- muslimischer Zuwanderer immer häufiger in verbalen Angriffen und tätlichen Übergriffen auf Juden. Lange Zeit sei dieses neue Potenzial für Judenfeindschaft unterschätzt worden. Man solle sich aber davor hüten, das Problem allein auf die muslimischen Zuwanderer zu projizieren. (apa)

22.1.2005 22:53