Samstag, 22. Jänner 2005

Atomwaffen-Streit mit dem Iran: Ferrero-Waldner warnt vor einer Militäraktion

  • "Müssen jetzt einen diplomatischen Erfolg einfahren"
  • PLUS: Rice kündigt harte US-Linie gegen Iran an

Im Atomwaffen-Streit mit dem Iran hat sich die Außenkommissarin der Europäischen Union (EU), Benita Ferrero-Waldner, für eine diplomatische Lösung ausgesprochen und vor den Folgen eines Krieges gewarnt. "Wir müssen jetzt alles daran setzen, im Iran einen diplomatischen Erfolg einzufahren", sagte die Österreicherin in einem vorab veröffentlichten Interview der Hamburger Zeitung "Bild am Sonntag".

"Es wird harte Verhandlungen geben", sagte sie, "ich glaube aber fest daran, dass die diplomatischen Bemühungen am Ende zum Erfolg führen." Sie warnte zugleich vor den Folgen eines Militärschlages - sowohl für die Region als auch für die Beziehungen zwischen der islamischen und westlichen Welt.

US-Präsident George W. Bush hatte einen Militäreinsatz gegen den Iran nicht ausgeschlossen, wenn dieser keine erschöpfende Auskunft über sein Atomprogramm liefert.

Nach den Worten der EU-Kommissarin wollen die EU und die USA aber eine friedliche Lösung des Atomstreits. Unterschiede gebe es im Vorgehen: "Die Europäer ziehen es vor, positive Anreize zu geben und die gemäßigten Kräfte in Teheran zu stärken. Die Amerikaner stellen die Rute ins Fenster und drohen mit dem Knüppel." (apa)

22.1.2005 14:40