Nach Ablauf der Frist: Acht chinesische Geiseln im Irak von Entführern freigelassen
- Autobombe fordert zahlreiche Tote bei Hochzeitsfeier
- Video zeigt öffentliche Enthauptung zweier Iraker
·Bagdad: Autobombe
fordert mehrere Tote
Anschlag ereignete sich vor schiitischer Moschee
·Rache für britische Folterungen im Irak?
Anschlag auf Stützpunkt - mehrere Soldaten verletzt
Die im Irak entführten acht Chinesen sind wieder frei. Die bewaffneten Entführer hätten ihre Geiseln freigelassen, berichtete der in Dubai ansässige Fernsehsender Al Arabiya am Samstag und berief sich dabei auf eine Mitteilung der Gruppe. Auch Chinas Botschaft im Irak hat die Freilassung bestätigt. Die acht chinesischen Geiseln waren seit Tagen im Irak verschollen gewesen.
Der arabische Fernsehsender Al Jazeera hatte am Dienstag ein Video ausgestrahlt, in dem die Entführer damit drohten, die Geiseln binnen 48 Stunden zu ermorden, sollte Peking nicht seine Haltung zum Irak-Krieg klar darlegen. Die Frist lief am Donnerstag ab. China hatte den US-Einmarsch im Irak abgelehnt; chinesische Unternehmen bemühen sich aber auch um Wiederaufbauverträge in dem vom Krieg zerstörten Land.
Wieder zahlreiche Tote durch Autobombe
Im Irak reißt die Welle der Anschläge nicht ab. Nachdem Freitagvormittag bei der Explosion einer Autobombe vor einer Moschee in Bagdad mindestens 14 Menschen getötet worden waren, wurden am Abend südlich der irakischen Hauptstadt elf Teilnehmer einer Hochzeitsfeier in den Tod gerissen, als ein neben dem Festsaal geparktes Fahrzeug explodierte. Insgesamt wurden dabei über 70 Menschen verletzt.
Der Anschlag auf die Festgesellschaft ereignete sich in Youssifiyah, im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad. Das Auto mit dem Sprengstoff sei neben dem Eingang des Festsaales geparkt gewesen, sagten Anrainer. Möglicherweise habe der Anschlag einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung gegolten, der zu den Hochzeitsgästen gehörte. Dieser habe jedoch überlebt.
In der Heimatstadt Saddam Husseins, in Tikrit, haben unterdessen 41 Iraker aus Angst vor Attentaten ihre Kandidatur für die Regionalwahlen zurückgezogen. Der Vorsitzende des Bündnisses der Unabhängigen sagte, die Kandidaten des Bündnisses seien "von bestimmten Gruppen bedroht worden". Am 30. Jänner sollen im Irak neben dem Parlament auch die Ratsversammlungen für die Provinzen gewählt werden.
Video zeigt öffentliche Enthauptung zweier Iraker
Auf einer islamischen Internetseite ist ein Video veröffentlicht worden, das augenscheinlich die öffentliche Enthauptung zweier Iraker auf einem Gehsteig zeigt. Während die beiden geköpft werden, laufen Fußgänger vorbei, und auf der Straße sind Autos zu sehen.
Wie der US-Nachrichtensender CNN am Samstag berichtete, ist zunächst zu hören, wie die beiden Männer erklären, dass sie als Lastwagenfahrer Lebensmittel für die Amerikaner transportierten. Anschließend warnen sie alle Iraker, nicht für die US-Truppen zu arbeiten. Dann werden sie von mehreren verhüllten Männern ermordet. Dabei rufen Zuschauer: "Gott ist groß". Die Tat erfolgt vor einem Plakat einer Gruppe des jordanischen Terroristen Abu Mussab al- Zarqawi. Nach CNN-Informationen war unklar, wo und wann das Band aufgenommen wurde.
US-Soldaten erschossen Eltern vor sechs Kindern
US-Soldaten haben am vergangenen Dienstag im Irak Eltern im Auto erschossen, während deren sechs Kinder am Rücksitz saßen. Laut US-Militärangaben habe sich das Auto in der Dunkelheit einem Checkpoint in Tal Afar westlich von Mosul genähert ohne anzuhalten, obwohl die US-Soldaten dies mit Handzeichen und Schüssen in die Luft signalisiert hätten. Daraufhin hätten die Soldaten die tödlichen Schüsse auf den Wagen abgefeuert. Im Auto saß eine irakische Familie, die Eltern auf den Vordersitzen wurden durch die Schüsse getötet. Die sechs Kinder am Rücksitz überlebten großteils unverletzt, erlitten jedoch einen schweren Schock.
Als die US-Soldaten erkannten, dass sich im Auto nur unbewaffnete Zivilisten befanden, hätten sie die Kinder in ein Spital gebracht. Der Vorfall wurde von einem Fotografen festgehalten. Die Bilder wurden in einer CNN-Nachrichtensendung am Freitag gezeigt. Der Fahrer habe in der Dunkelheit vermutlich die Aufforderungen der US-Soldaten, stehen zu bleiben, nicht gesehen, erklärte der Fotograf. (apa/red)
