Mekka-Pilgerreise endet in sintflutartigem Regen: Rund 500 Verletzte nach Panik!
- 2,5 Millionen Muslime absolvierten Hadsch
Zum Ende der größten Mekka-Pilgerreise aller Zeiten sind am Wochenende bis zu 500 Menschen verletzt worden. Wie zwei saudiarabische Zeitungen am Sonntag berichtete, wurden sie zu Boden geworfen, als sintflutartige Regenfälle am Samstagnachmittag im Gedränge Panik unter den Pilgern aufkommen ließ.
Während die Pilger mit der symbolischen Steinigung des Teufels an einer Säule beschäftigt waren, setzte der Regen innerhalb weniger Minuten das Gelände unter Wasser. Nach offiziellen Angaben absolvierten in diesem Jahr rund 2,56 Millionen Muslime den "Hadsch" (Hadj). Inoffiziell war jedoch von bis zu drei Millionen Pilgern die Rede.
Ursprünglich sollten die erste Pilger schon Samstagabend nach dem dritten Tag der symbolischen Steinigung des Teufels abreisen. Doch der Wolkenbruch, der auch für Chaos in den Zeltunterkünften sorgte und die islamischen Pilger zum Teil knietief im Wasser stehen ließ, verzögerte den Abschluss der "Hadsch"-Rituale. Das Innenministerium berichtete am Sonntag, der Zivilschutz habe zahlreiche Zelte per Hubschrauber aus überschwemmten Gebieten abtransportiert. Am gleichen Ort, an dem im vergangenen Jahr bei einer Massenpanik 251 Menschen zu Tode getrampelt worden waren, kam es durch den Wolkenbruch auch diesmal zu Gedränge, wobei vor allem ältere Pilger verletzt wurden. Einige Autos wurden durch die Wassermassen hinweg gespült.
Nach Angaben der saudiarabischen Behörden vom Sonntag wurden während des "Hadsch" 220 Diebe festgenommen, die Pilgern im Gedränge Wertgegenstände gestohlen hatten. Ein Diebstahl beim "Hadsch" gilt als moralisch besonders verwerflich. Wie die saudiarabische Zeitung "Arab News" am Sonntag berichtete, wurden mehr als 200 Pilger am Samstag mit Lebensmittelvergiftung ins Allgemeine Krankenhaus von Mina eingewiesen. Sie alle hatten zuvor die gleichen kleinen Lebensmittelpakete mit Kuchen und belegten Broten erhalten. Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer verbreiten die "Hadschis" dort oft Grippe-Viren aus aller Herren Länder, die sie sich im Gedränge an den heiligen Stätten eingefangen haben. (apa)
