Nach Veröffentlichung der Folter-Fotos: Anschlag auf britsichen Stützpunkt im Irak!
- Mehrere Soldaten wurden durch Autobombe verletzt
- Prozess gegen Soldaten wegen Misshandlungen
Nur einen Tag nach der Veröffentlichung von Misshandlungsfotos irakischer Zivilisten ist vor einem britischen Militärstützpunkt im Südirak eine Autobombe explodiert. Bei dem Anschlag in Basra sind neun britische Soldaten verletzt worden. Das berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in London. Auch mehrere Iraker wurden bei dem Anschlag am Donnerstag nach Ministeriumsangaben verletzt. Die Opfer würden im Krankenhaus behandelt. Zuvor hatte es geheißen, fünf britische Soldaten seien verletzt worden.
Augenzeugen zufolge war ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen auf das Haupttor des Stützpunkts in al-Shuaiba 20 Kilometer südwestlich von Basra zugefahren, sei dann aber von zwei britischen Militärfahrzeugen abgedrängt worden und daraufhin explodiert. Zum Zeitpunkt der Explosion verließen zahlreiche in der Basis arbeitende Iraker den Stützpunkt durch das Haupttor.
Nach der Veröffentlichung von Bildern, auf denen britische Soldaten Iraker misshandeln, waren Anschläge auf britische Einheiten im Irak befürchtet worden. Im Militärgerichtsprozess um die Misshandlungen in Osnabrück rief Richter Michael Hunter am Donnerstag zu mehr Zurückhaltung in der Öffentlichkeit auf. Äußerungen, die den Prozess beeinflussen könnten, sollten möglichst unterlassen werden, sagte der Richter am dritten Tag der Hauptverhandlung gegen die drei Soldaten. Sie sind angeklagt, irakische Zivilisten im Mai 2003 nahe der Stadt Basra schwer misshandelt und erniedrigt zu haben.
Premierminister Tony Blair hatte am Mittwochabend im Prozess veröffentlichte Bilder von den Misshandlungen als "schockierend und empörend" bezeichnet. Er sagte, der größte Teil der Armee habe mit solchen Ausschreitungen nichts zu tun. Die Schuldigen würden zur Rechenschaft gezogen. Auch die britische Öffentlichkeit hatte entsetzt reagiert, nachdem die Bilder veröffentlicht worden waren. Die Fotos zeigen Soldaten, wie sie gefesselte Iraker schlagen, sie der Lächerlichkeit preisgeben oder sexuell erniedrigen.
Zum islamischen Opferfest überzogen Extremisten die Menschen im Irak mit neuen Attacken und Hass-Botschaften. Im Internet tauchte ein dem Terroristenführer Abu Mussab al-Zarqawi zugeschriebenes Tonband mit einer "Botschaft zum Fest" auf, in der dieser neue Anschläge androht und die "Gotteskrieger aus Falluja" und El-Kaida-Anführer Osama bin Laden preist. Am Vortag hatte sich Zarqawis Gruppe, die sich El Kaida im Zweistromland nennt, zu vier Autobombenanschlägen bekannt, die Bagdad am Mittwoch erschüttert hatten.
In der nordirakischen Stadt Kirkuk ermordeten Unbekannte am Donnerstag nach Polizeiangaben einen hohen Polizeioffizier. Zwei Aufständische wurden laut US-Armee am Mittwoch in Balad Ruz, 45 Kilometer östlich von Bakuba, getötet, als ein Sprengsatz vorzeitig detonierte. In Muktadiya, 40 Kilometer nordöstlich von Bakuba, starb am Mittwoch ein Aufständischer, als er versuchte, mit einer Panzerfaust auf eine US-Patrouille zu schießen und die Soldaten das Feuer auf ihn eröffneten. (apa/red)
