Misshandlungen im Irak: Prozess gegen drei britische Soldaten in Osnabrück!
- Angeklagte erklären sich weitgehend für unschuldig
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Im Prozess gegen drei britische Soldaten wegen Misshandlungen an irakischen Zivilisten haben sich die Angeklagten weitgehend für unschuldig erklärt. Lediglich einer der drei zwischen 25 und 33 Jahre alten Beschuldigten räumte vor einem Militärgericht in Osnabrück ein, er habe im Zeitraum um den 15. Mai 2003 - nach Ende des Krieges - einen irakischen Gefangenen geschlagen. Er beteuerte, sich für das Geschehene zu schämen.
Der Prozess in Osnabrück ist das erste öffentliche Verfahren gegen Angehörige der britischen Armee wegen Vergehen im Irak. Zuvor waren bereits mehrere US-Soldaten wegen Misshandlungen gegen Iraker von amerikanischen Militärgerichten zu teils hohen Haftstrafen verurteilt worden. In der vergangenen Woche hatte in Bergen-Hohne (Niedersachsen) ein britisches Militärgerichtsverfahren stattgefunden, über dessen Ausgang aber eine Nachrichtensperre verhängt wurde.
Blair verurteilt Misshandlungen im Irak
Einen Tag nach dem Geständnis eines britischen Soldaten, einen Gefangenen im Irak gefoltert zu haben, hat Premierminister Tony Blair die Vorfälle zutiefst verurteilt. Jeder finde diese Bilder entsetzlich und schockierend, sagte Blair vor dem Londoner Unterhaus und bezog sich damit auf Fotos von Misshandlungen, die am Mittwoch in der britischen Presse erschienen. Die Streitkräfte würden ein solches Verhalten keinesfalls dulden.
Blair betonte allerdings auch, dass die überwiegende Mehrheit der 65.000 im Irak stationierten Briten ehrbar seien und mit ihrem Mut zur Ehre des Landes beitrügen. Er werde deshalb nicht zulassen, dass wegen der Verfehlung einzelner die Streitkräfte insgesamt in Verruf gerieten. (apa/red)
