US-Präsident Bush legte Eid ab: Proteste und rauschende Bälle zum 2. Amtsantritt
- Washington: Polizei nahm mehrere Demonstranten fest
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·George W. Bush tritt 2. Amtszeit an!
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Zentrale Passagen aus der zweiten Antrittsrede
·Das neue Kabinett von George W. Bush!
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·Der 43. Präsident spaltet die Nation
Der Irak-Krieg ist ein rotes Tuch für die Bevölkerung
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2. Amtszeit bereitete US- Präsidenten oft Probleme
Unter dem Motto "Freiheit in der ganzen Welt" hat der 43. US-Präsident George W. Bush am Donnerstag seine zweite Amtszeit angetreten. Zur Vereidigung Bushs und seines Stellvertreters Dick Cheney auf den Stufen des Kapitols in Washington waren aus Angst vor einem Terroranschlag die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte der USA angeordnet worden. Die Amtseinführung von Bush ist in vielen amerikanischen Städten von Protesten begleitet worden. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildeten neun Bälle zu Ehren des US-Präsidenten.
Von San Francisco über New Orleans bis Baltimore und Washington fanden Kundgebungen von Kriegsgegnern statt. In New Orleans kamen 1.500 Personen zu einem "Jazz-Begräbnis für die Demokratie", in Louisville wurden die Namen amerikanischer und irakischer Kriegstoter verlesen.
Polizei: Pfefferspray und Festnahmen
In Washington ging die Polizei am Rande der Feierlichkeiten mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor. Die Protestierenden schleuderten Flaschen, Müll und Schneebälle auf die Ordnungskräfte und versuchten, durch eine der Absperrungen zu brechen. Eine kleine Gruppe sei über die Sicherheitszäune geklettert, sagten Zeugen. Die Polizei habe daraufhin Pfefferspray eingesetzt.
Andere Kriegsgegner marschierten auf den Kapitolhügel, um die feierliche Vereidigung zu stören. Einige der Demonstranten trugen sargähnliche Kisten, mit denen sie an die im Irak gefallenen US-Soldaten erinnern wollten. Während der letzten Minuten von Bushs Antrittsrede waren auf den Stufen des Kapitols Sprechchöre zu hören. Der Präsident ließ sich nicht anmerken, ob er die Demonstranten hörte. Die Polizei nahm mehrere Personen fest und ließ sie nach den Feierlichkeiten wieder frei.
Präsidenten-Ehepaar eröffnete neun Bälle
Bei den abschließenden Feiern zu seiner Amtseinführung zeigte sich Bush ganz als Kavalier der alten Schule. Während des "Patriotenballes" in Washington in der Nacht zum Freitag gab Bush seiner lächelnden Ehefrau Laura einen Wangenkuss und überreichte ihr in galanter Manier rote Rosen, die ihnen aus der Menge zugeworfen worden waren. Für den Staatschef war der Abend nach seiner feierlichen Vereidigung ein Party-Marathon: Insgesamt neun Bälle wurden zu seinen Ehren in der US-Hauptstadt ausgerichtet, die er und Laura begleitet vom Jubel der Feiernden jeweils mit einem Tanz eröffneten.
"Hoffnung auf Frieden ist Ausbreitung der Freiheit"
In Anspielung auf die Anschläge vom 11. September 2001 erklärte Bush in seiner gut 15-minütigen Antrittsrede: "Wir sind durch die Ereignisse und gesunden Menschenverstand zu einem Schluss gelangt: Der Fortbestand der Freiheit in unserem Land hängt in zunehmendem Maße vom Erfolg der Freiheit in anderen Ländern ab." Und weiter sagte er: "Die größte Hoffnung auf Frieden in unserer Welt ist die Ausbreitung der Freiheit in der ganzen Welt." Bush gab das Ziel vor, die Tyrannei in der Welt endgültig zu besiegen.
Die vor allem wegen des Irak-Kriegs gespaltene amerikanische Nation rief der Präsident auf, zur Geschlossenheit wie nach dem 11. September zurückzufinden. Bush wandte sich auch an die Verbündeten der USA, von denen sich einige - darunter Deutschland - wegen des Irak-Kriegs von Washington entfremdet haben. "Wir würdigen Ihre Freundschaft, wir verlassen uns auf Ihren Rat und Ihre Hilfe." Den Irak oder Afghanistan erwähnte Bush in seiner Rede mit keinem Wort, der Begriff Freiheit kam 27 Mal vor.
Ex-Präsidenten bei Angelobung zu Gast
Wie es die Verfassung vorschreibt, wurde Bush zur Mittagsstunde vom Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, William Rehnquist, vereidigt. Dabei legte der Präsident wie vor vier Jahren eine Hand auf die Familienbibel. Kurz zuvor hatte Vizepräsident Cheney seinen Amtseid abgelegt. Der Eid wurde ihm vom Präsidenten des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, abgenommen. An der feierlichen Amtseinführung nahmen unter anderen die früheren Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton und George Bush senior, der Vater des jetzigen Staatsoberhaupts, mit ihren Frauen teil.
Aus Sicherheitsgründen wurden in weitem Umkreis der Veranstaltungsorte in der Hauptstadt Straßensperren errichtet. Auf Dächern waren Scharfschützen postiert. Außerdem waren Flugabwehrbatterien in Stellung gebracht worden. (apa/red)
