Montag, 17. Jänner 2005

Tsunami-Bewältigung: Plassnik & Joschka Fischer wollen enger zusammenarbeiten

  • "Gelebte europäische Solidarität" - Außenministerin in Berlin

Nach der Flutkatastrophe von Südostasien wollen Österreich und Deutschland ihre Zusammenarbeit noch enger vernetzen. Die Tsunami-Krisenbewältigung war Hauptthema beim Antrittsbesuch von Außenministerin Ursula Plassnik (V) bei ihrem deutschen Amtskollegen Joschka Fischer (Grüne) am Montag in Berlin.

Die Kooperation zwischen Österreich und Deutschland sei ein Beispiel gelebter europäischer Solidarität gewesen, betonten Plassnik und Fischer nach ihrem Vier-Augen-Gespräch zu den Journalisten. "Die gemeinsame Sprache ist im Fall der Krise ein ganz entscheidendes Plus", sagte Fischer. So biete sich eine gemeinsame Auswertung der Erfahrungen an. Konsequenz sei der Rückgriff auf nationale Fähigkeiten der Länder. So können die Zusammenarbeit verbessert und Doppelstrukturen vermieden werden.

Plassnik sagte: "Aus unseren Erfahrungen ergeben sich ganz konkrete Handlungsanleitungen." Beispiel sei die Zusammenarbeit von Vertretungsbehörden der EU-Staaten in Krisengebieten. Die Ministerin sagte ferner, ihr erster bilateraler Besuch in Berlin sei wertvoll in der Bewusstseinsbildung: "Wir sind sehr enge europäische Partner in der erweiterten Union. Das ist der zentrale Punkt." Österreich und Deutschland haben, so Plassnik, die Dinge sehr ähnlich erlebt.

Als Beispiel für gelungene Kooperationen erwähnten die beiden Minister die Zusammenarbeit der Forensiker bei der Identifizierung der Opfer, die Mitnahme deutscher Staatsbürger durch die AUA und die Unterstützung österreichischer Staatsbürger durch deutsche Konsulate.

Weiteres Thema war die Vorbereitung der österreichischen EU-Präsidentschaft 2006: "Hier gibt es eine ganze Reihe von Themen, die schon jetzt bedeutend sind." Im heurigen Jahr wollen Deutschland und Österreich speziell in der Balkan-Politik kooperieren, wobei Deutschland die Erfahrungen Österreichs verwerten möchte. (apa)

17.1.2005 17:10