Freitag, 21. Jänner 2005

Haiders Sichtweise vom Koalitionsbruch 2002: "Schüssel hat Regierung gesprengt"

  • NEWS-Buch "Alfred Worm. Ein Streitgespräch mit Jörg Haider" wurde in Wien präsentiert

Jörg Haider (F) will das "falsche Bild" der Vorgänge rund um den Bruch der ersten schwarz-blauen Koalition im Herbst 2002 korrigieren. Bei der Präsentation des Buches "Alfred Worm. Ein Streitgespräch mit Jörg Haider" am Freitag in Wien erklärte der Kärntner Landeshauptmann, nicht er oder die FPÖ hätten die Regierung damals "in die Luft gesprengt", sondern einzig und alleine Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V). In dem Buch richte er, Haider, dem Kanzler diesbezüglich "einiges aus".

Das Buch ist das Ergebnis eines zweitägigen Gesprächs, das "News"-Chefredakteur Worm mit Haider im vergangenen Herbst am Wörthersee geführt hatte. Worm betonte bei der Buchpräsentation, neu in diesem "Streitgespräch" sei für ihn - auch als "politischer Insider" - Haiders Sichtweise von der Regierungsbildung im Jahr 2000 und des Regierungsbruchs zwei Jahre später gewesen.

Haider wiederholte bei der Vorstellung des Buches seine Sichtweise: Schüssels Karriere sei nach der für die ÖVP verlorenen Wahl im Herbst 1999 "am Ende" gewesen. "Ich habe damals die ganz persönliche Entscheidung getroffen", so Haider, eine Regierung zu bilden und der schwächeren ÖVP - als "regierungserfahrenere Partei" - die Kanzlerschaft zu ermöglichen. "Dafür hat sich Schüssel 2002 bedankt". Ohne mit ihm, Haider, zu sprechen, habe der Kanzler die Koalition "in die Luft gesprengt". Haider wörtlich: "Ein Mensch, der Fairness zum Lebensprinzip macht, würde das nicht tun. Ich würde nicht einen Menschen, dem ich das Überleben verdanke, vom Felsen in den Abgrund stürzen." (apa/red)

21.1.2005 13:08