Eis, Schneematsch und Stürme: Schwere Unfälle durch Wetterkapriolen in Österreich
- In der Steiermark starben auf der A2 drei Autoinsassen
- Kärnten: Viele Straßen glichen in der Früh Eislaufplätzen
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Glatte Farbahnen, Stürme und Schneematsch: Das Wetter hat am Freitag in Teilen Österreichs Kapriolen geschlagen. Die Folge waren zum Teil schwere Verkehrsunfälle. In der Steiermark starben auf der Südautobahn (A2) drei Autoinsassen. In Kärnten ereignete sich in der Früh auf der Klagenfurter Nordumfahrung eine Massenkarambolage, Stunden später starb ein Mensch nach einer Pkw-Kollision im Lavanttal. Auch in Oberösterreich ließ ein Verkehrsteilnehmer sein Leben auf der Straße.
Regen durch eine Warmfront, der auf dem kalten Boden sofort gefror, hat die Autobahnen um Graz in den Freitagmorgenstunden in Eisflächen verwandet. Auf der A2 kam auf der Höhe der Raststätte Kaiserwald ein polnischer Minivan von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug flog über die Böschung und überschlug sich. Für den Lenker, seine Frau und eine Mitfahrerin kam jede Hilfe zu spät.
Fast gleichzeitig ereigneten sich unabhängig davon weitere Unfälle auf der A2 und der A9, der Pyhrnautobahn. Drei Personen wurden mit zum Teil schweren Verletzungen ins Spital gebracht. Die Autobahngendarmerie zählte bis 8.00 Uhr allein im Raum Graz elf Unfälle mit 15 beteiligten Autos.
Kärnten
Viele Straßen Kärntens glichen in der Früh Eislaufplätzen. Es gab zum Teil kein Weiterkommen. Auf der Nordumfahrung Klagenfurts kam es nach dem Ehrentalerbergtunnel zu einem Massenunfall, in den 14 Fahrzeuge verwickelt waren. Fünf Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Am Nachmittag kollidierten im Lavanttal auf der Bundesstraße zwischen Bad St. Leonhard und Reichenfels zwei Autos, die im Straßengraben landeten. Ein Lenker erlitt einen tödlichen Genickbruch. Zwei Personen überlebten verletzt.
Im Bereich von Mölbling war auf der glatten Fahrbahn ein Lkw-Zug in den Straßengraben gestürzt, rund 300 Liter Diesel rannen aus. Und auch für Neuschnee war im Süden Österreichs gesorgt: Für eine Reihe von Bergstraßen musste Kettenpflicht verhängt werden.
Oberösterreich
In Oberösterreich kam ein Autolenker in Weitersfelden auf einer mit Schneematsch bedeckten Straße ins Schleudern und prallte gegen einen Schneepflug. Der Mann überlebte nicht. Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h sorgten für die Sperre der B 138 im Bereich der Passhöhe Pyhrnpass. Durch den Orkan wurden 300 Festmeter Holz zunichte gemacht worden.
Zudem traten wegen intensiven Regens kleinere Flüsse über die Ufer und überfluteten Keller. Zu einem Unfall im Zuge der Aufräumungsarbeiten kam es in Engerwitzdorf: Eine Landwirtin wollte im Keller gelagerte, teils umgeworfene Mostflaschen schlichten. Plötzlich explodierte eine der Flaschen. Die Frau erlitt schwere Schnittverletzungen im Gesicht.
Mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 120 km/h brauste der Sturm über Teile Salzburgs hinweg. Besonders betroffen waren die Landeshauptstadt, der Flachgau und Tennengau. In diesen Gebieten waren in der Nacht 25 Feuerwehren mit 350 Mann im Einsatz. Umgefallene Bäume und Äste blockierten zahlreiche Straßen.
Tirol
Einfluss auf den Verkehr hatte das Wetter auch in Nord- und Südtirol. Von Sturmböen waren nicht nur das Hahnenkammrennen in Kitzbühel, sondern auch Autofahrer betroffen. Die Sellrainer-Landesstraße wurde am Vormittag zwischen Haggen und Kühtai gesperrt. Die Zufahrt ins Kühtai war nur vom Ötztal möglich. Hier galt ab der Fraktion Ochsengarten Kettenpflicht. Die Brennerautobahn wurde nach Serienunfällen auf Südtiroler Seite abschnittsweise komplett gesperrt.
Vorarlberg
In Vorarlberg blieben trotz heftiger Böen von bis zu knapp 90 km/h größere Schäden aus. Bei einer Schneefallgrenze von zunächst rund 1.300 Metern wurden keine Verkehrsunfälle registriert. Auf Grund der Wetterverhältnisse und der teils heftigen Niederschläge stieg die Lawinengefahr in Vorarlberg bis Mittag allerdings örtlich auf Stufe 4 (große Lawinengefahr) an.
Wien, Niederösterreich und Burgenland
Ein Sturm über Wien mit Böen von rund 100 Stundenkilometern hat in der Nacht für mehrere Feuerwehreinsätze gesorgt. Der spektakulärste fand in der Breitenfurter Straße in Liesing statt, wo eine Linde mit einem Meter Stammdurchmesser auf ein Wohnhaus gestürzt war. In Niederösterreich blieben wesentliche Verkehrsbehinderungen aus. Nach Schneefällen galt für die über den Pass führende Semmeringstraße Kettenpflicht. Glatteis sorgte im Südburgenland für Verkehrsbehinderungen. Besonders betroffen war der Bezirk Oberwart mit mehreren Verkehrsunfällen. (apa/red)
