NEWS: Grassers Gratis-Meilen - wie der Minister seine 500.000 Bonusmeilen erflog
- So ließ sich Grasser 5.000 Euro fürs Ticket schenken
- Warum auch sein Flugmeilen-Konto ins Visier gerät
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Malediven-Urlaub von Flut-
Katastrophe nicht berührt
"Minister Sparefroh" ist im Sammeln von Flugmeilen wahrlich ein Meister: 570.644 Prämienmeilen hatte sich Karl-Heinz Grasser bis 19. Dezember des Vorjahres erflogen. Gesammelt meist auf vom Steuerzahler finanzierten Dienstreisen zwischen Brüssel, New York, Hawaii und Dubai, verbucht auf eine Senator-Card, die allen Spitzenpolitikern quasi durch ihr Amt zur Verfügung gestellt wird.
Und weil der "parteifreie" Finanzminister offenbar ein Meilen-Aficionado ist, hat er schon bei der Buchung seines mittlerweile sagenumwobenen Malediven-Urlaubs während der Flutkatastrophe die Nummer seiner goldenen Senator-Card (222014937843830) angegeben. Um gleich Anspruch auf weitere Meilen für den, diesmal privat, wenn auch günstig upgegradet gekauften Flug zu erwerben. Dass AUA-Eigentümervertreter Grasser von AUA-Vorstand Vagn Soerensen ein Gratis-Upgrade erhielt, könnte sich nun nur als Spitze des Eisbergs erweisen. Obwohl es Grasser wohl viele weitere schöne Meilen einbrachte.
Berufliche Bonusmeilen privat nutzen
Denn auffällig ist: Während mancher Ministerkollege wie etwa Josef Pröll auf Dienstreisen einfach nie seine Senator-Card herzeigt, sammelt Grasser Meilen in mittlerweile rekordverdächtiger Menge. Und kann so berufliche Bonusmeilen auch privat lukrieren. Ohne zumindest die beruflich gesammelten bis dato für Dienstreisen einzulösen und damit frei nach seinem Motto "Sparen, sparen, sparen" den Steuerzahler zu entlasten. Vielleicht hat Grasser ja gute Gründe dafür - mehrere Anfragen im Kabinett und bei der AUA wurden mit "Datenschutz" abgeschmettert.
"R" wie Rabatt
In Zeile vier des Datensatzes im AUA-Computer wird die Buchungsklasse mit "R" wie "Rebate", also Rabatt, angegeben. Eine Klasse, die es für Normalsterbliche gar nicht gibt. Laut AUA werden so Tickets von Mitarbeitern verbucht. Ebenfalls begünstigt sind "Agents", Inhaber eines IATA-Flugausweises der Reisebranche und Mitglieder von Regierungsdelegationen. Im Fall Grasser argumentiert die AUA damit, dass ihr Eigentümervertreter deshalb in dieser Klasse eingeteilt wurde, weil über diese Kategorie auch Upgrades abgewickelt werden. Seltsam.
Rief Grasser bei Soerensen an?
Woher wusste man bei der AUA und bei den beteiligten Reisebüros BTU, das sonst vor allem Business-Flüge organisiert, und VIP-Touristik, dass Grassers Flug saftig upgegradet werden sollte? Wieso reservierte man vorab die Sitze 1A und 1B für das illustre Pärchen mit VIP-Status und Economy-Tarif? Immerhin sind diese beiden teuersten Sitze in jedem Flugzeug natürlich in der teuren Business-Class. "Gab es vorab den Anruf Grassers bei AUA-Chef Soerensen, den ich in einer parlamentarischen Anfrage thematisiere?", will Aufdecker Peter Pilz wissen. Anders kann es sich der Grüne jedenfalls nicht erklären, dass es so prompt zu Buchungszeile neun im Grasser-Ticket kommt. Dort findet sich die Zeile "UPGRD TO C/CL ACDG CEO". Im Klartext: "Upgrade in die Business-Class nach Rücksprache mit dem Vorstand".
Sparminister Grasser zahlte 5.392 Euro weniger
Das 5.392-Euro-Geschenk. AUA-Chef Soerensen sorgt also persönlich dafür, dass das Economy-Ticket Grassers zum Grundpreis von 1.199 Euro (Billigsttarif) in ein Business-Class-Ticket der höchsten Klasse umgewandelt wird. In Klasse C, wie angesichts der Sitznummern nahe liegt, würde das Ticket stolze 4.965 Euro kosten. Flugsparmeister Grasser hätte also pro Ticket 2.696 Euro gespart. Weil im Zuge der "Girl-Friend-Economy", so Pilz, auch Natalia Corrales-Diez die AUA-Gratifikation erhält, beträgt die Ersparnis Grassers 5.392 Euro.
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