Dienstag, 11. Jänner 2005

Tagesflüge ins All sollen ab 2007 möglich sein: Reiseveranstalter erarbeiten Pläne

  • Wartelisten für erste Trips existieren bereits seit 1997
  • Ein Erlebnisflug wird rund 150.000 Euro kosten

Ende vergangen Jahres hat der US-Kongress den Weg zum privaten Weltraumtourismus freigemacht. Die Abgeordneten verabschiedeten eine Gesetzesnovelle, der zufolge Privatpersonen nunmehr gestattet ist, auf eigenes Risiko bis an den Rand des Orbits zu fliegen.

Bei den Weltraum-Visionären knallten die Sektkorken. Ihr Plan ist, spätestens in zwei Jahren die ersten Touristen zu erschwinglichen Preisen gen Himmel zu verfrachten.

Vorlesung über Weltraumtourismus
Auftrieb erhielt die Branche vor allem von den beiden Rekordflügen des privat finanzierten Raketenflugzeugs SpaceShipOne. "Vor zehn Jahren war Weltraumtourismus noch Science-Fiction. Jetzt ist er das nicht mehr", sagt Robert Goehlich von der Keio-Universität in Yokohama. Der Absolvent der Luft- und Raumfahrttechnik der TU Berlin hält in Japan die weltweit erste Vorlesung, in der sich alles um Weltraumtourismus dreht. Seine Studenten errechnen Ticketpreise für den Flug ins All, analysieren die Zulassungsbestimmungen der verschiedenen Länder und lauschen Gastvorträgen von Weltraumpionieren.

Touristenflüge ins All
Ihr künftiger Arbeitsplatz wird vielleicht eines der rund 20 Unternehmen weltweit sein, die derzeit an Touristenflügen ins All tüfteln. Als einziges einsatzbereites Raumschiff in privater Hand geht das SpaceShipOne des Konzerns Virgin Galactic dabei mit großem Vorsprung ins Rennen.

"Träumer"
Um schnellen Reichtum geht es den wenigsten Weltraumvisionären. "Das meiste ist Spielgeld von Träumern, die etwas tun möchten, was noch keiner getan hat", sagt Uwe Apel von der Hochschule Bremen. "Die Entwicklung des SpaceShipOne hat rund 30 Millionen Euro gekostet. Verbesserung und Zulassung werden noch mal Millionen kosten", ergänzt Goehlich. "Bis sich das mal rentiert, vergehen zehn Jahre und mehr."

Kommerzielle Starts 2007
Virgin Galactic plant erste kommerzielle Starts für 2007, der Preis soll bei rund 200.000 Dollar (151.515 Euro) liegen. Verglichen mit den 20 Millionen Euro (15,2 Mio. Euro) für eine Individualreise zur ISS ist der Ausflug damit ein Schnäppchen. Dafür allerdings auch ein recht kurzes Vergnügen. "Ungefähr zwei Stunden wird so ein suborbitaler Flug dauern - abheben, 100 Kilometer hoch fliegen, wieder runter."

Wartelisten seit 1997
Dennoch ist der Trip heiß begehrt: "Schon seit 1997 gibt es Wartelisten", sagt Jörg Winning von der Agentur für Erlebnis-Reisen. (apa)

11.1.2005 10:58