Aufreger-Lied: Skandal-Alf hetzt?
- Alf Poier: Sein Song-Contest-Beitrag sorgt für Aufregung.
- Muslime orten eine Hetzkampagne. Die Causa im Detail.

Wenn über Europa der Song Contest aufzieht, gehen die einen in Deckung. Radikale Dadaisten hingegen freuen sich, dient ihnen das kontinentale Wettsingen doch meist zur Belustigung feuchtfröhlicher Eurovisions-Partys.
Nun jedoch kommt Bewegung in die starre Front zwischen Verweigerern und Fetischisten: Um den annualen Beitrag des Radikal-kabarettisten Alf Poier, einer Art Schlingensief der Kleinkunstkeller, scheiden sich die Geister. Für die Vorausscheidung song.null.fünf am 25. Februar im ORF hat der Ulkmusikant nämlich ein Liedchen vorgelegt, das wahrlich jenseits aller Geschmacksdeutungen angesiedelt ist. Sein Beitrag Good Old Europe Is Dying sorgt schon vorab für ordentlich Rumor. Die inkriminierte Textzeile:
weil sich Mohammed so gut vermehrte, singt schon bald in Rom der Muezzin.
Keine Wertung? Wahrlich starker Tobak für jede Wasserpfeife. In TV-MEDIA erklärt Poier dazu: Schließlich ist es eine Tatsache, dass sich der Islam stärker vermehrt als das Christentum. Von xenophobischen Reizversen will er nichts wissen: Das Lied wertet nicht.
Muslimenprotest. Muslimensprecher Omar Al-Rawi sieht das naturgemäß anders: Das Lied spielt mit Klischees und schürt Ängste. Wenn so ein Lied Österreich beim Song Contest vertritt, werde ich das nicht hinnehmen.
ORF kalmiert. Er will über den SP-Stiftungsrat Karl Krammer seine Bedenken beim ORF deponieren. Dort allerdings kalmiert ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm: Der ORF will diesbezüglich weder als Sittenwächter noch als Zensor auftreten.
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